Arthur Gea hat in Shanghai das bisher größte Match seiner Karriere gewonnen. Der 21-jährige Franzose schlug im Achtelfinale der Rolex Shanghai Masters den an Nummer drei gesetzten Ben Shelton mit 7:6 (5), 7:6 (3) – sein erster Sieg gegen einen Top-10-Spieler und zugleich sein Debüt in der Hauptrunde eines Masters-1000-Turniers.
Beide Sätze gingen über den Tiebreak. Im ersten gab Gea bei 5:4 den Aufschlag ab, rettete sich aber in den Entscheidungsdurchgang. Im zweiten lag er nach einem Break bei 3:3 zurück, drehte die Partie erneut und blieb im Tiebreak cool. Nach zwei Stunden und sieben Minuten war Schluss. Besonders stark: 20 von 28 Punkten am Netz.
Shelton, Weltranglisten-Vierter und Finalist der US Open gegen Alexander Zverev, spielte erstmals seit dem Davis Cup im September. Das ATP-500 in Tokio hatte er wegen einer Schulterverletzung abgesagt. Nach dem Match sagte der Amerikaner klar: „Ich wurde heute ausgespielt. Der Typ hat besser gespielt als ich.“ Jetlag und fehlende Matchpraxis habe er gespürt, die Schuld wollte er aber nicht allein darauf schieben.
Für Gea ist es die Fortsetzung eines Durchbruchsjahrs. Im Juli holte er in Los Cabos seinen ersten ATP-Titel, bei den US Open kam er als Lucky Loser ins Achtelfinale. Das Jahr begann er noch auf Platz 241; nach Shanghai klettert er in der Live-Rangliste deutlich. Nächster Gegner ist Jakub Mensik, der Francisco Cerúndolo in drei Sätzen bezwang.
Shelton denkt bereits an Turin. In der Race-to-Turin-Wertung liegt er derzeit auf Platz vier und will die ATP Finals zum zweiten Mal in Folge erreichen. Drei Turniere bleiben ihm in der Saison 2026 – und der Wunsch, „auf einem High Note“ zu enden.
