Alexander Zverev wird das Tennisjahr 2026 als bester Spieler der Weltrangliste abschließen. Die endgültige Gewissheit verdankt der Hamburger einem Belgier: Zizou Bergs, Nummer 39 der Welt, besiegte beim Masters in Shanghai den an Position zwei gesetzten Carlos Alcaraz mit 7:5, 7:6 (4) und nahm dem Spanier damit die letzte Chance, Zverev noch abzufangen.

Für Zverev ist es ein historischer Moment. Der 29-Jährige, in dieser Saison Sieger in Paris und New York, ist der erste Deutsche, der ein Jahr an der Spitze der ATP-Rangliste beendet, und zugleich der älteste Spieler, dem das zum ersten Mal gelingt. Er sprach von einem wahr gewordenen Traum. Begünstigt wurde sein Weg durch das Fehlen von Jannik Sinner, der seit dem Wimbledon-Finale im Juli mit einer Knieverletzung pausiert und auch die ATP Finals in Turin verpasst. In Shanghai trifft Zverev im Achtelfinale auf Alexander Bublik.

Bergs wiederum feierte den größten Erfolg seiner Laufbahn. Auf dem schnellen Belag nahm der 27-Jährige Alcaraz dreimal den Aufschlag ab und holte 79 Prozent der Punkte nach eigenem ersten Service. Kurz vor dem Ziel wurde es noch einmal eng: Beim Stand von 5:4 im zweiten Satz servierte Bergs zum Matchgewinn und kassierte das Rebreak. Im Tiebreak führte er 3:1, leistete sich einen Doppelfehler, zog dann aber ab 4:4 davon und verwandelte gleich den ersten Matchball mit seinem neunten Ass.

Hinterher gestand der Belgier, der in diesem Sommer in Eastbourne seinen ersten Turniersieg gefeiert hatte, er habe vor den großen Namen oft zu viel Ehrfurcht gehabt. Nun glaube er, solche Gegner tatsächlich schlagen zu können. Alcaraz, der kurz zuvor seinen Titel in Tokio verteidigt hatte, haderte mit zahlreichen leichten Fehlern und fand beim Return nie in die richtige Position.

Damit ist nach Novak Djokovic und Ben Shelton der nächste Favorit früh gescheitert. Bergs, im Vorjahr Viertelfinalist in Shanghai, bekommt es nun mit Tommy Paul zu tun. Der US-Amerikaner beendete die Titelverteidigung von Valentin Vacherot mit 6:4, 6:2.

samweber.si

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