Es lief noch nicht einmal die erste Minute, da lag Manchester United in Madrid schon zurück. Am Ende stand ein 0:2 bei Atlético, ein Platzverweis und – fast noch lauter als das Ergebnis – eine Wutrede von Verteidiger Lisandro Martínez, die den Klub am Mittwoch in Aufruhr versetzte. Trainer Michael Carrick hatte zuvor eine „Reaktion“ seiner Mannschaft versprochen.

Das Führungstor fiel nach einem simplen Steilpass: Álex Baena legte quer, Pablo Barrios traf, abgefälscht von Ayden Heaven. Barrios widmete den Treffer Kapitän Koke, dessen Mutter kurz vor dem Spiel gestorben war. Atlético bestimmte danach das Geschehen, traf durch Álex Grimaldo und Julián Álvarez jeweils Aluminium, ein weiterer Treffer von Johnny Cardoso wurde nach Videobeweis wegen Handspiels aberkannt. United hatte durchaus Chancen: Bryan Mbeumo scheiterte zweimal, Bruno Fernandes setzte einen Lupfer vorbei und traf später die Latte. Vier Großchancen ohne Tor – so viele hatte United in der Königsklasse seit 2012 nicht mehr vergeben.

In der 75. Minute schickte Schiedsrichter Glenn Nyberg nach Ansicht der Bilder Leny Yoro wegen einer Notbremse gegen Jonathan David vom Platz, eine umstrittene Entscheidung. Wenig später staubte Ademola Lookman zum 2:0 ab.

Danach ergriff Martínez das Wort. Er erwarte „mehr von oben“, sagte der Argentinier und meinte ausdrücklich den Technischen Direktor. Trainer Carrick sei im Sommer nicht ausreichend unterstützt worden; es sei zu einfach, nur Trainer und Spieler verantwortlich zu machen. Carrick selbst wollte das Interview nicht kommentieren und sprach von Emotionen nach dem Spiel. Ex-Liverpool-Profi Jamie Carragher nannte die Aussagen „furchtbar“, andere meinten, Martínez habe nur ausgesprochen, was viele Fans denken.

Die Zahlen sind ernüchternd: United ist seit fünf Pflichtspielen sieglos und hat in dieser Saison erst zwei von neun Partien gewonnen. Am Sonntag geht es nach Leeds.

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