Die Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien erreichen nun auch den Sport. Das hoch dotierte Tennis-Showturnier Six Kings Slam, das vom 21. bis 24. Oktober in Riad geplant war, findet erst vom 27. bis 30. Dezember statt. Auf der Teilnehmerliste stehen mit Carlos Alcaraz, Novak Djokovic und Alexander Zverev drei Grand-Slam-Sieger, dazu der Australier Alex de Minaur sowie die US-Profis Taylor Fritz und Learner Tien.

Die Veranstalter der Riyadh Season sprechen offiziell von organisatorischen und logistischen Herausforderungen. Turki al-Scheich, Chef der saudischen Unterhaltungsbehörde, verkündete die Verschiebung auf X. Der Hintergrund ist jedoch offensichtlich: Seit dem Wochenende haben die vom Iran unterstützten Huthis aus dem Jemen das Königreich wiederholt mit Raketen beschossen. Beim Angriff auf den Flughafen King Khalid in Riad starben mehr als ein Dutzend Menschen, Hunderte wurden verletzt. Auch Anlagen des Ölkonzerns Aramco wurden ins Visier genommen.

Für die Spieler geht es um viel Geld. Jeder Teilnehmer erhält laut britischen Medien rund 1,2 Millionen Pfund Antrittsgage, der Sieger zusätzlich etwa 3,5 Millionen. Gewonnen hatte das Turnier zuletzt zweimal Jannik Sinner, jeweils im Finale gegen Alcaraz; der Italiener fehlt derzeit verletzt.

Auch der Fußball ist betroffen. Die Saudi Pro League setzte drei Partien des neunten Spieltags ab. Al-Hilal gegen Al-Riyadh sowie Al-Ittihad gegen Al-Shabab sollen am 19. Dezember nachgeholt werden, das Duell von Cristiano Ronaldos Al-Nassr bei Al-Ahli erst am 6. März 2027. Bereits am Montag hatte ein Raketenalarm ein Champions-League-Spiel von Al-Nassr um eine Stunde verzögert.

Weitere Termine wackeln: Die Asian Tour beobachtet die Lage vor der Saudi International im November, Japan sagte die Teilnahme an der FIFAe-Weltmeisterschaft in Dschidda ab. Nur Boxveranstalter al-Scheich gibt sich trotzig – der Kampf von Saúl „Canelo“ Álvarez Ende Oktober soll stattfinden.

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