Es war kurz vor neun Uhr morgens, der Unterricht hatte gerade begonnen, als in der Al-Khair-Privatschule im Peshawarer Stadtteil Dir Colony ein Klassenzimmer im Obergeschoss nachgab. Die Decke stürzte auf den Raum darunter, der unter dem Gewicht ebenfalls einbrach. Nach Angaben von Rettungskräften und Klinikpersonal kamen mindestens 29 Menschen ums Leben, fast alle von ihnen Kinder im Alter von höchstens 13 Jahren. Mehr als 50 weitere wurden verletzt, einige schweben in Lebensgefahr.

Die Bergung wurde zum Wettlauf in engen Gassen. Die Schule liegt in einer Straße, durch die kaum ein einzelnes Fahrzeug passt; schweres Gerät konnte wegen der instabilen Reststruktur nur vorsichtig eingesetzt werden. Anwohner gruben teils mit Schaufeln nach den Verschütteten, bevor Rettungsteams, Polizei und Soldaten übernahmen. Das Lady Reading Hospital rief den Notstand aus. Am Nachmittag meldeten die Helfer, niemand sei mehr unter dem Schutt eingeschlossen.

Schnell rückte die Bausubstanz in den Fokus. Das Gebäude war nach Behördenangaben provisorisch errichtet worden, mit zwei- und dreistöckigen Teilen; statt einer Stahlbetondecke sollen Fertigplatten verbaut gewesen sein. Lokale Berichte sprechen zudem von Überlastung. Der Polizeichef der Stadt bestätigte die Festnahme des Schulbetreibers und nannte das Bauwerk strukturell schwach. Eine Untersuchungskommission soll klären, ob Bauvorschriften verletzt wurden.

Gouverneur Faisal Karim Kundi ordnete eine Sicherheitsprüfung aller Schulen der Provinz Khyber Pakhtunkhwa an. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Sicherheit unserer Kinder gefährdet wird“, erklärte er. Präsident Asif Ali Zardari und Premier Shehbaz Sharif sprachen den Familien ihr Beileid aus; Zardari forderte, Schulgebäude müssten verbindliche Standards erfüllen.

Das Unglück ist kein Einzelfall. Gebäudeeinstürze kommen in Pakistan immer wieder vor, weil Baunormen lax kontrolliert und Materialien aus Kostengründen gespart werden. Erst in diesem Sommer war bei Lahore das Dach eines Nachhilfezentrums eingestürzt. Für die Eltern in Peshawar bleibt die bittere Frage, warum ihre Kinder in einem Haus lernen mussten, das der Last offenbar nie gewachsen war.

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