Im jemenitischen Aden ist der Regierungssitz Al-Maaschiq erstmals seit dem neuerlichen Aufflammen der Kämpfe direkt unter Beschuss geraten. Nach Angaben des Gesundheitsministers Qasim Buhaibeh kamen dabei fünf Menschen ums Leben, 16 weitere wurden verletzt – unter den Opfern seien Wachleute und zivile Beschäftigte des Komplexes.

Informationsminister Moammar al-Eryani erklärte, Premierminister und Kabinett seien unverletzt geblieben. Nach seiner Darstellung seien fünf Raketen auf den Palastbereich abgefeuert worden. Frühere Einzelmeldungen hatten zunächst von zwei toten Sicherheitskräften gesprochen; die amtliche Opferzahl liegt inzwischen höher und unterstreicht, wie unübersichtlich die Lage unmittelbar nach dem Einschlag war.

Der militärische Sprecher der Houthis, Yahya Saree, stellte den Schlag als Angriff auf ein saudisches Operationszentrum und Verstärkungen dar. Die von den Houthis gesteuerte Agentur SABA sprach sogar von saudischen Offizieren und Waffendepots – unabhängige Bestätigung dafür fehlt. Für die international anerkannte, von Riad gestützte Regierung markiert der Vorfall dennoch eine neue Eskalationsstufe: Al-Maaschiq gilt als Symbol ihrer Präsenz im Süden, und genau dieser Symbolwert macht den Angriff politisch schwerwiegender als mancher Frontbericht.

Der aktuelle Konflikt ist eingebettet in die größere regionale Krise nach amerikanischen und israelischen Schlägen gegen den Iran im Februar. Zwischen Houthis und saudisch gestützten Einheiten flammen die Gefechte seit vergangenem Monat wieder auf; Regierungstruppen hatten in der vergangenen Woche nahe der Meerenge Bab el-Mandeb eine Offensive begonnen – einer der empfindlichsten Schifffahrtswege der Welt.

Parallel dazu meldete die saudisch geführte Koalition allein in diesem Monat zwanzig Angriffe auf den internationalen Flughafen King Khalid in Riad mit 17 Toten und 333 Verletzten sowie weitere Schläge auf den Flughafen Abha (drei Tote, 28 Verletzte). Der ICAO-Rat verurteilte Angriffe auf zivile Flughäfen. Der Krieg im Jemen dauert seit der Huthi-Einnahme Sanaas 2014 und dem saudischen Eingreifen 2015 an; eine Waffenruhe von 2022 hielt bis in dieses Jahr und ist nun vollends Geschichte.

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