Der erste Satz gehörte noch Alexander Zverev, danach kippte die Partie: Im Halbfinale des Masters-Turniers von Shanghai hat der Hamburger am Samstag mit 7:5, 4:6, 3:6 gegen den Spanier Alejandro Davidovich Fokina verloren. Statt um den Titel zu spielen, reist der deutsche Topspieler nun vorzeitig ab.

Lange hielt sich Zverev vor allem mit seinem Aufschlag im Spiel. Im ersten Durchgang brachte er über 80 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld und nutzte beim Stand von 6:5 seine Chance zum entscheidenden Break. Wohl fühlte er sich auf dem Platz trotzdem nicht: Beobachter registrierten Probleme am Fuß und später auch an der Schulter, in den Ballwechseln wirkte der 29-Jährige oft einen Schritt zu langsam.

Für Unmut sorgte zudem eine Zeitstrafe. Beim Stand von 2:2 im zweiten Satz diskutierte Zverev mit dem Schiedsrichter und erklärte, er habe seine Aufschlagbewegung nur abgebrochen, weil sein Gegner noch zum Handtuch gegriffen habe. Umstimmen ließ sich der Unparteiische nicht.

Davidovich Fokina, im Turnier an Position 25 gesetzt, blieb dagegen ruhig. Mit einem sehenswerten Rückhandschlag holte er sich den zweiten Satz, im dritten nahm er Zverev nach einem Doppelfehler früh den Aufschlag ab und zog auf 3:0 davon. Zverev wehrte beim Stand von 2:5 noch mehrere Matchbälle ab, doch wenig später war die Partie entschieden. Sein Viertelfinale hatte nur 22 Minuten gedauert, weil der Franzose Arthur Gea verletzt aufgeben musste.

Wer am Sonntag sein Finalgegner wird, entscheidet sich erst im zweiten Halbfinale zwischen dem Russen Daniil Medvedev und dem jungen Spanier Rafael Jódar. Ein Spanier hat das Turnier in Shanghai noch nie gewonnen.

Zverevs Ausnahmejahr trübt die Niederlage nur wenig. Nach seinen Titeln bei den French Open im Juni und den US Open im September wird er in den nächsten Wochen die Spitze der Weltrangliste übernehmen, weil Jannik Sinner in dieser Saison nicht mehr antritt. Ein deutscher Spitzenreiter wäre damit erstmals seit Boris Becker wieder an der Reihe, und dessen Zeit ganz oben liegt inzwischen 35 Jahre zurück.

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