Monatelang blieb es im Atlantik erstaunlich ruhig – dann kam Isaias. Der erste Hurrikan der Saison erreichte am Freitagabend Ortszeit bei Destin im Nordwesten Floridas das Festland, als Sturm der Kategorie 2 mit Dauerwinden um 165 Kilometer pro Stunde. Dass sich vor Oktober kein einziger Hurrikan gebildet hatte, gab es seit mehr als 30 Jahren nicht mehr. Meteorologen machen ein starkes El-Niño-Ereignis im Pazifik dafür verantwortlich.

An der Küste maßen Wetterstationen Böen von bis zu 187 Kilometern pro Stunde, das Wasser stieg in Panama City Beach deutlich über die übliche Flutmarke. Bäume stürzten auf Straßen und Leitungen, in Pensacola riss der Wind einem Gasthaus das Dach ab. Am Samstagmorgen saßen nach Daten des Portals PowerOutage.us mehr als 800.000 Haushalte und Betriebe in Florida, Alabama und Georgia ohne Strom. Im Bezirk Escambia meldete der Sheriff den Tod einer Frau, auf deren Haus ein Baum gefallen war.

Über Land verlor Isaias rasch an Kraft und wurde am Samstag zu einem posttropischen Tief herabgestuft. Entwarnung bedeutet das nicht: Bis zu 20 Zentimeter Regen könnten im Süden Alabamas, im Panhandle und in Teilen Georgiens fallen, auch Tornados und Flusshochwasser sind möglich.

Florida, Alabama und Georgia hatten den Notstand ausgerufen, in Küstenorten galten Evakuierungsbefehle. Präsident Donald Trump genehmigte Bundeshilfe und sagte einen geplanten Besuch beim College-Football in Tuscaloosa ab. Mancher Anwohner kam glimpflich davon: Ein Mann aus Pensacola, der den Sturm zu Hause aussaß, sagte, man habe „wirklich Glück gehabt“.

Ruhig wird das Wochenende in Nordamerika trotzdem nicht. Vor Mexikos Pazifikküste zieht Hurrikan Simon Richtung Puerto Vallarta, und Tropensturm Rachel sorgte in Südkalifornien bereits für überflutete Straßen.

samweber.si

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