Geschlossene Geschäfte, gestrichene Flüge, geöffnete Notunterkünfte: Rund um Puerto Vallarta und Manzanillo herrscht Ausnahmezustand. Hurrikan Simon hat sich vor Mexikos Westküste zu einem der heftigsten Stürme dieser Saison entwickelt und dürfte im Laufe des Sonntags den Bundesstaat Jalisco erreichen.

Am späten Samstagabend Ortszeit maß das US-Hurrikanzentrum in Miami Dauerwinde von rund 250 Kilometern pro Stunde – damit fehlte nur wenig bis zur höchsten Kategorie 5. Der Kerndruck sank auf 928 Hektopascal. Das Auge lag da noch etwa 105 Kilometer südsüdwestlich von Manzanillo, die Eyewall näherte sich bereits der Küste. Der Wirbelsturm bewegt sich im Schritttempo nordwärts, was die Lage zusätzlich verschärft: Je länger er an einem Ort verharrt, desto mehr Regen fällt.

Meteorologen rechnen mit 250 bis 500 Litern pro Quadratmeter, örtlich sogar mit bis zu 750 Litern in Michoacán, Colima und Jalisco. Erdrutsche und Sturzfluten in den steilen Bergregionen gelten als größte Gefahr. Hinzu kommen Sturmflut und zerstörerische Wellen. Schwierig bleibt die Prognose: Weil Simon fast parallel zur Küste zieht, entscheiden wenige Kilometer darüber, ob der Sturm an Land geht oder knapp vor der Küste bleibt.

Die Behörden haben vorgesorgt. Katastrophenschutzchefin Laura Velázquez ordnete für 23 Gemeinden in Jalisco, Colima, Michoacán und Nayarit an, alle nicht notwendigen Aktivitäten einzustellen. Bewohner mehrerer Küstenorte sollten ab Samstagnachmittag zu Hause bleiben oder Notunterkünfte aufsuchen. Präsidentin Claudia Sheinbaum ließ ausrichten, niemand werde allein gelassen. Am Flughafen Manzanillo fielen alle Linienflüge aus, mehrere Airlines setzten Verbindungen nach Puerto Vallarta, Colima und Tepic aus.

Wie groß die Schäden an Straßen, Häfen und Hotels entlang der Küste ausfallen, wird sich erst zeigen, wenn Simon über den Bergen an Kraft verloren hat. Nach dem Landgang dürfte er sich dort rasch abschwächen. Simon ist zudem Teil einer ungewöhnlichen Sturmserie: Fast zeitgleich steuerte weiter nördlich der Sturm Rachel nahe der Grenze zu den USA auf die Küste zu, nachdem am Freitag bereits Isaias Florida getroffen hatte.

samweber.si

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