Red Bull ist zurück in der Spur. Eine Woche nach dem ersten Saisonsieg in Malaysia gewann Max Verstappen am Sonntag auch den Großen Preis von Singapur, und das ohne echte Gefahr. Auf dem Stadtkurs von Marina Bay war es der erste Erfolg des Niederländers überhaupt, schon am Samstag hatte er den Sprint für sich entschieden.
Die Entscheidung fiel in den ersten Sekunden. Charles Leclerc kam im Ferrari besser los und zog innen neben den Red Bull. Verstappen drückte ihn Richtung Boxenmauer, Leclerc gab in der ersten Kurve nach. Danach hielt der Monegasse noch einige Runden Anschluss, ehe der Vorsprung stetig wuchs. Am Ende lagen gut sieben Sekunden zwischen den beiden. Verstappen lobte danach die Stimmung im Team und kündigte an, bis Saisonende noch ein bisschen Spaß haben zu wollen.
Für Gesprächsstoff sorgte vor allem Lewis Hamilton. Der zweite Ferrari-Pilot blieb während einer virtuellen Safety-Car-Phase draußen und wollte mit weichen Reifen 44 Runden durchhalten. Das ging schief: In den letzten Runden zogen Kimi Antonelli, Lando Norris und Oscar Piastri an ihm vorbei, Hamilton wurde nur Sechster. Nach dem Rennen entschuldigte er sich bei seinem Team für die eigene Entscheidung.
Der große Gewinner der WM-Rechnung heißt allerdings Antonelli. Der 20-jährige Italiener holte trotz Bremsproblemen Platz drei, während sein Mercedes-Teamkollege George Russell nach einer Strafversetzung von Rang 19 nur Neunter wurde. Antonellis Vorsprung wächst damit auf 102 Punkte, bei noch sechs ausstehenden Rennen.
Schon beim nächsten Lauf in Austin am 25. Oktober könnte er sich zum jüngsten Weltmeister der Formel-1-Geschichte krönen. Dafür muss er dort gewinnen, und seine Verfolger dürfen kaum punkten. Antonelli selbst gab sich gelassen: Man solle sich darüber keine Gedanken machen, sagte er, sondern einfach ein gutes Wochenende fahren.
