Die Seeblockade gegen Iran ist kein Papiertiger. Das haben die USA am Samstag mit einem gezielten Schlag gegen ein Handelsschiff demonstriert. Ein amerikanisches Kampfflugzeug feuerte im Golf von Oman eine Präzisionswaffe auf das Heck der unter panamaischer Flagge fahrenden „Ocean Molica“, die auch unter dem Namen „Arika Sun“ geführt wird. Nach Darstellung des zuständigen Regionalkommandos CENTCOM ist der Antrieb seitdem ausgefallen, die Besatzung blieb unverletzt.

Der Frachter war zuvor aus einem iranischen Hafen ausgelaufen. Die Crew habe mehrfache Warnungen ignoriert und versucht, die Sperre zu durchbrechen, hieß es aus dem US-Militär. Washington kontrolliert seit dem 14. Juli wieder sämtliche Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen wollen. Die Bilanz nach drei Monaten laut CENTCOM: vier lahmgelegte Handelsschiffe, 135 zur Umkehr gezwungene Schiffe und zehn zerstörte Tanker, die der Revolutionsgarde zugerechnet werden.

Im eigenen Land stößt das Vorgehen nicht nur auf Zustimmung. Der demokratische Senator Chris Murphy fragte auf X, wofür die Steuerzahler eigentlich Milliarden ausgäben, um zivile Schiffe zu beschießen, und sprach von einem „Desaster“.

Auch Teheran zeigt Muskeln. Die Revolutionsgarde erklärte, sie habe in der Straße von Hormus einen großen Flüssiggastanker angegriffen, weil dieser eine „illegale Route“ entlang der Südküste gewählt habe. Iran beansprucht, die Durchfahrt selbst zu verwalten. Die britische Seesicherheitsbehörde UKMTO meldete am Sonntag einen Treffer durch ein unbekanntes Geschoss an einem auslaufenden Tanker; an Bord brach Feuer aus, die Seeleute sind demnach in Sicherheit. Bereits am Donnerstag war nördlich von Katar ein Schiff beschossen worden, dabei gab es mehrere Opfer.

Für die Weltwirtschaft ist die Lage heikel. Vor dem Krieg, den die USA und Israel Ende Februar begannen, lief rund ein Fünftel des globalen Öls durch die Meerenge. Inzwischen wagen sich so wenige Schiffe hindurch wie seit über zwei Monaten nicht mehr – ein Faktor, der die Ölpreise stützt.

samweber.si

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