Es hätte der Abend des Yan Diomandé werden sollen. Stattdessen redete nach dem 1:0 von Real Madrid gegen den FC Villarreal ganz Spanien über eine Szene, die man sonst eher vom Schulhof kennt. Vinícius Júnior zog Gegenspieler Nathan Saliba an den Haaren und flog dafür vom Platz.
Lange plätscherte die Partie im Bernabéu vor gut 75.000 Zuschauern vor sich hin. Erst in der 62. Minute fiel der Treffer, auf den die Madrilenen gewartet hatten: Federico Valverde schickte Diomandé mit einem Steilpass auf die Reise, der 19-Jährige drehte sich und schob flach ins lange Eck. Der Assistent hob zunächst die Fahne, der Videobeweis gab das Tor dann doch. Für den Neuzugang, der im Sommer für eine Ablöse von bis zu 120 Millionen Pfund aus Leipzig gekommen war, war es das erste Pflichtspieltor im weißen Trikot.
Kurz danach der Aufreger. Der eingewechselte Vinícius traf nach Vorarbeit von Jude Bellingham scheinbar zum 2:0, Trainer José Mourinho sprintete jubelnd die Seitenlinie entlang. Doch der Schiedsrichter sah sich die Entstehung am Monitor an: Im Mittelfeld hatte der Brasilianer Saliba kräftig an den Haaren gerissen. Das Tor zählte nicht, Vinícius sah Glattrot wegen Tätlichkeit.
In Unterzahl musste Thibaut Courtois die knappe Führung mit mehreren starken Paraden retten. In der hektischen Schlussphase gab es noch eine Reihe Gelber Karten, auch Mourinho wurde verwarnt. Zur Pressekonferenz erschien der Portugiese anschließend erstmals seit seinem Amtsantritt nicht, offenbar aus Sorge vor einer Sperre bei kritischen Worten.
Tabellarisch bleibt Real nach acht Spieltagen sechs Punkte hinter Spitzenreiter Barcelona, der zuvor Getafe mit 3:0 bezwungen hatte. Am 25. Oktober steht der Clásico an. Überzeugend wirkte der Auftritt gegen Villarreal nicht, und Vinícius dürfte dann gesperrt fehlen.
