Die Hoffnung auf eine schnelle Öffnung der Straße von Hormus hat einen Dämpfer bekommen. Mohsen Rezaei, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats in Teheran, bezeichnete am Sonntag die amerikanische Reaktion auf einen iranischen Forderungskatalog als „unzureichend“. Einige Punkte habe Washington zwar akzeptiert, andere seien unklar geblieben.
Um welche Punkte es geht, sagte Rezaei nicht. Bekannt ist der Rahmen: Iran hatte rund um die UN-Generalversammlung sieben Bedingungen formuliert. Dazu gehören nach Berichten der türkischen Agentur Anadolu ein Ende der Kampfhandlungen, die Freigabe eingefrorener Gelder, die Aufhebung von Beschränkungen für iranisches Öl und das Ende der US-Seeblockade gegen iranische Häfen. Außenminister Abbas Araghchi hatte in Aussicht gestellt, die Meerenge binnen sieben Tagen wieder für den normalen Schiffsverkehr freizugeben, wenn die USA mitziehen.
Die Antwort aus Washington lief über Katar. Rezaei zufolge hatten die Amerikaner in den vergangenen zwei Monaten über drei Kanäle, nämlich Pakistan, Katar und den Irak, um Vorschläge gebeten. Nun liege der Ball wieder bei den USA: Teheran sehe sich nicht mehr am Zug, Washington müsse die offenen Fragen klären.
Der Ton blieb scharf. Auf X schrieb Rezaei, eine Rückkehr zum Zustand vor dem Krieg werde es nicht geben, und warf den USA vor, Öl durch die Meerenge zu „schmuggeln“. In einem Interview mit dem Staatssender Press TV drohte er zudem, bei einem neuen Angriff würden US-Einrichtungen in der Golfregion ins Visier genommen, darunter Rechenzentren und Datenkabel.
Zur Einordnung: Nach den amerikanisch-israelischen Angriffen auf Iran Ende Februar hatte Teheran die wichtige Ölroute weitgehend gesperrt. Eine Waffenruhe im April und eine Absichtserklärung im Juni brachten keinen Durchbruch, die vereinbarten Verhandlungen kamen nicht voran. Für Reedereien und Ölmärkte bedeutet das vorerst weiter Unsicherheit.
