US-Präsident Donald Trump hat eine Vereinbarung verkündet, nach der Russland Diesel an die USA und den Weltmarkt liefern soll. Damit vollzieht Washington eine bemerkenswerte Kehrtwende nach Jahren des Drucks auf Moskau wegen des Kriegs in der Ukraine. Vorausgegangen war ein Telefonat zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Freitag, dem 9. Oktober.
Laut Trump liefert Russland sofort mehr als 300.000 Tonnen Diesel, im November weitere 500.000 Tonnen und kurz darauf eine Million Tonnen. Danach sollen innerhalb kurzer Zeit noch einmal drei Millionen Tonnen folgen. Gleichzeitig hob die US-Regierung Sanktionen gegen russische Kraftstoffe auf, die Moskaus Kriegseinnahmen schmälern sollten. Seit 2022 haben die USA weder russisches Öl noch Gas importiert.
Hintergrund sind die weltweit hohen Kraftstoffpreise infolge des Kriegs um den Iran. In den USA kostete eine Gallone Diesel laut dem Automobilclub AAA zuletzt durchschnittlich 6,28 Dollar, nach einem Rekord von 6,52 Dollar am 22. September. Beobachter werten den Schritt als Versuch, die Preise vor den Zwischenwahlen zu senken. Er steht zudem im Widerspruch zu einem umfassenden Russland-Sanktionsgesetz, das Trump erst im vergangenen Monat unterzeichnet hatte.
Der Kreml erklärte, Russland sei bereit, Öl und Ölprodukte zu liefern. Putin sagte Trump jedoch, eine sofortige Wiederaufnahme der Dreiergespräche mit der Ukraine sei unwahrscheinlich. Er begründete dies mit ukrainischen Drohnenangriffen auf Moskau während der Parlamentswahl im September.
Am selben Tag verhandelten Delegationen aus den USA, der Ukraine, Europa und der NATO rund sechs Stunden lang in Miami, darunter die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner. Themen waren Sicherheitsgarantien, ein Wirtschaftsplan für die Nachkriegszeit und ein Weg in die EU. Kiew kritisierte den Diesel-Deal scharf, auch US-Abgeordnete äußerten deutliche Bedenken.
Quellen: Reuters, Al Jazeera, The Guardian, Sydney Morning Herald (9.–10. Oktober 2026)
