Die Nachricht kam am späten Dienstagabend um 22 Uhr: Der Eingriff an der Lunge von Papst Leo XIV. ist ohne Komplikationen verlaufen – doch der Verdacht der Ärzte hat sich bestätigt. Noch während der Operation untersuchten Pathologen das entnommene Gewebe und stellten ein Adenokarzinom fest, eine häufige Form von Lungenkrebs.

Das Chirurgenteam der römischen Gemelli-Klinik unter Leitung von Stefano Margaritora entfernte minimalinvasiv, mit Hilfe einer Kamera, den gesamten unteren Lappen des rechten Lungenflügels. So wollten die Mediziner sicherstellen, dass kein Tumorgewebe zurückbleibt. Der eigentliche Eingriff dauerte etwa anderthalb Stunden, insgesamt verbrachte der 71-Jährige rund drei Stunden im OP. Danach wachte er normal auf, kehrte in seine Räume im zehnten Stock zurück und bat nach Vatikanangaben um ein Abendessen.

Leo hatte die Gläubigen am Sonntag nach dem Angelusgebet selbst informiert. Bei Routineuntersuchungen sei ein kleiner, klar begrenzter Knoten gefunden worden, sehr früh. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin zeigte sich überrascht, sagte aber, der Papst wirke „sehr gelassen“. Rund um die Klinik versammelten sich Menschen zum Gebet; in Chicago, der Heimatstadt des ersten US-amerikanischen Papstes, und im peruanischen Chiclayo wurden Messen für ihn gefeiert.

Fachleute bewerten die Aussichten bei so früh entdeckten Tumoren als gut. Ein Lungenspezialist des Fred Hutchinson Cancer Center in Seattle nannte gegenüber CNN eine Fünf-Jahres-Rate ohne Rückfall von über 80 Prozent für die frühesten Stadien. Ob weitere Behandlungen nötig sind, sollen feingewebliche Analysen in den kommenden Tagen zeigen.

Der Klinikaufenthalt soll etwa eine Woche dauern, alle Termine bis zum 20. Oktober sind abgesagt. An seiner Südamerikareise nach Uruguay, Argentinien und Peru vom 6. bis 17. November will Leo nach Angaben eines Kardinals festhalten.

samweber.si

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