Inter Mailand steckt in der Champions League in einer Krise, wie sie der Klub noch nie erlebt hat. Am Dienstagabend verloren die Italiener im heimischen San Siro 3:4 gegen Club Brügge – die vierte Niederlage in Folge in der Königsklasse, eine solche Serie gab es in der Vereinsgeschichte bisher nicht. Nach dem Auftakt bei Real Madrid steht Inter damit nach zwei Spieltagen ohne einen einzigen Punkt da. Der Mann des Abends hieß Nicolò Tresoldi: Der Stürmer der Belgier traf dreimal.
Trotz früher Chancen auf beiden Seiten dauerte es eine halbe Stunde bis zum ersten Treffer: Dann foulte Hakan Çalhanoğlu den flinken Carlos Forbs im Strafraum. Tresoldi verwandelte den Elfmeter wuchtig. Kapitän Lautaro Martínez glich kurz vor der Pause aus – sein erstes Tor in der Champions League seit fast einem Jahr.
Nach dem Wechsel kippte die Partie. In der 63. Minute verschätzte sich Inter-Torwart Josep Martínez beim Herauslaufen, Forbs spitzelte den Ball durch, und Tresoldi musste nur noch ins leere Tor schieben. Elf Minuten später staubte er nach einer Parade zum 3:1 ab. Lautaro verkürzte noch einmal, doch der eingewechselte Romeo Vermant stellte drei Minuten vor Schluss den alten Abstand wieder her. Ange-Yoan Bonnys sehenswerter Schlenzer in der Nachspielzeit kam zu spät.
Pikant: Im Brügger Tor stand mit Yann Sommer ausgerechnet Inters langjährige Nummer eins, die mit mehreren Paraden zum Sieg beitrug. Inter-Trainer Cristian Chivu forderte danach, seine Mannschaft müsse lernen, „die Balance zu halten“. Sein Gegenüber Ivan Leko sah in der Schlussphase wegen Meckerns Gelb.
Auch andere Favoriten zitterten an diesem Abend. Bayern München kam beim norwegischen Klub Viking in Stavanger nicht über ein 3:3 hinaus, der FC Barcelona drehte einen Rückstand gegen Galatasaray noch in ein 4:1.
