Zwiebeln als Luxusgut – auf den Philippinen war das Ende 2022 kein Witz. Ein Kilo kostete damals bis zu 800 Pesos und damit mehr als Fleisch, ja sogar mehr als ein Mindestlohn-Tagesverdienst. Restaurants strichen Gerichte, Schmuggler witterten Geschäfte, und eine Braut ließ sich mit einem Zwiebelstrauß fotografieren. Jetzt hat die Wettbewerbsbehörde PCC Verantwortliche benannt.
Sechs Unternehmen und mehrere ihrer Manager sollen zusammen 1,76 Milliarden Pesos zahlen, umgerechnet rund 28 Millionen US-Dollar. So viel hat die 2016 gegründete Behörde noch nie verhängt. Weil Zwiebeln gesetzlich als Grundnahrungsmittel eingestuft sind, wurde die Strafe automatisch verdreifacht; vier Firmen trifft der Höchstbetrag von je 330 Millionen Pesos.
Nach den Ermittlungen teilten Importeure, ein Speditionsunternehmen und ein Kühlhausbetreiber den Markt für eingeführte rote und gelbe Zwiebeln in den Jahren 2020 und 2021 unter sich auf. Gemeinsam kontrollierten sie fast die Hälfte der genehmigten Einfuhrlizenzen. Bei einer Razzia im September 2023 fanden Fahnder Belege dafür, dass der Spediteur Anträge im Namen anderer Händler stellte. Die Ware lagerte anschließend in den Kühlhallen eines einzigen Betreibers, bevor sie landesweit verteilt wurde – Umschlagplätze waren unter anderem Bulacan, Cebu, Iloilo, Cagayan de Oro und Davao.
Zum Vergleich: Mitte 2022 kostete das Kilo noch 80 bis 100 Pesos. Die Krise setzte den frisch gewählten Präsidenten Ferdinand Marcos Jr. unter Druck; erst gute heimische Ernten brachten 2023 Entspannung.
Ganz abgeschlossen ist der Fall nicht. Die Betroffenen können Einspruch erheben. Zugleich prüft die Behörde gemeinsam mit dem Justizministerium ein Strafverfahren. Behördenchef Kenneth Tanate stellte klar, dass eine Zahlung der Bußgelder daran nichts ändern würde. Wer die Frist verstreichen lässt, muss zudem mit weiteren Strafen rechnen, darunter einem Zuschlag für jeden Tag Verzug.
