Es sollte ein Surfurlaub an der einsamen Pazifikküste werden, er endete tödlich. Nun hat ein Gericht im mexikanischen Bundesstaat Baja California die drei Täter zu jeweils 158 Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem historischen Urteil.

Die australischen Brüder Jake und Callum Robinson und ihr US-amerikanischer Freund Carter Rhoad hatten Ende April 2024 bei Punta San José in der Gemeinde Ensenada gezeltet. Nach Darstellung der Ermittler wollten die Angreifer ihren Pick-up rauben; als die jungen Männer sich wehrten, wurden sie erschossen. Den Wagen fand die Polizei später ausgebrannt, die Leichen Anfang Mai in einem mehr als 15 Meter tiefen Brunnen auf einer Ranch an der Küste.

Als Anführer gilt Jesús Gerardo mit dem Spitznamen „El Kekas“. Gemeinsam mit Irineo Francisco und Ángel Jesús war er eine Woche vor der Verkündung des Strafmaßes schuldig gesprochen worden – wegen Mordes, schweren Raubes und gewaltsamen Fahrzeugdiebstahls. Die Nachnamen der Männer werden aus rechtlichen Gründen nicht genannt. Allein für die Tötungen setzte das Gericht 135 Jahre an, der Rest entfällt auf die Raubdelikte.

Die Angehörigen verfolgten die Verhandlung per Videoschaltung. Die Eltern der Brüder, Martin und Debra Robinson, waren zum Prozessbeginn am 7. September eigens aus Australien angereist. Mit einer Stiftung halten sie die Erinnerung an ihre Söhne wach: Callum lebte als Lacrosse-Profi in den USA und half gern beim Säubern von Stränden, Jake war Arzt und hätte bald in einem Krankenhaus in Geelong angefangen.

Baja California zählt zu den gewalttätigsten Regionen Mexikos. Organisierte Kriminalität und Drogenhandel prägen das Bild, ausländische Urlauber geraten allerdings nur selten ins Visier. 2015 waren im Bundesstaat Sinaloa bereits zwei australische Surfer ermordet worden.

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