Lange sah es nach einer schmerzhaften Rückkehr für José Mourinho aus. Der heutige Real-Trainer, in Rom wegen des Conference-League-Titels noch immer verehrt, erlebte im Stadio Olimpico zunächst, wie seine Mannschaft von der AS Rom überrollt wurde. Am Ende stand ein 4:3 für die Madrilenen, das schon jetzt als einer der verrücktesten Abende dieser Champions-League-Saison gilt.

Rom spielte mutig, so wie Trainer Gian Piero Gasperini es angekündigt hatte. Marten de Roon traf in der 20. Minute aus großer Distanz zur Führung. Kylian Mbappé glich nach einem Abwehrfehler von Mario Hermoso aus – in seinem 100. Spiel in der Königsklasse. Mit 27 Jahren ist er der Jüngste, der diese Marke erreicht, und sein 72. Treffer schiebt ihn in der ewigen Torjägerliste an Raúl vorbei auf Platz fünf.

Nach der Pause schien die Sache entschieden. Donyell Malen schlug binnen sieben Minuten doppelt zu, zuerst mit einem eleganten Heber, dann nach Videobeweis, der eine Abseitsentscheidung kippte. 3:1 für Rom, das Publikum feierte.

Doch Madrid fand einen Schlüssel – den ruhenden Ball. In der 83. Minute staubte der junge Carlos Espí nach einer kurz ausgeführten Ecke ab, zwei Minuten später köpfte Endrick nach dem nächsten Eckstoß zum Ausgleich ein. In der 90. Minute war es ausgerechnet Ex-Römer Antonio Rüdiger, der sich vor seinem Gegenspieler durchsetzte und den Sieg besiegelte. Drei Tore, drei Ecken, sieben Minuten. Roms Defensive, zuvor stabil, wirkte bei jeder Flanke plötzlich ratlos.

Real steht damit nach zwei Spieltagen mit sechs Punkten da, die Römer haben einen Zähler. Der Abend fügte sich in einen historischen Spieltag: Mit 78 Toren an zwei Tagen fiel der bisherige Rekord. Für Mourinho, zuletzt unter Druck, dürfte die Rückkehr nach Rom damit zur schönsten seit Langem geworden sein.

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