Der Vatikan hat am Freitag erstmals Fotos von Papst Leo XIV. seit seiner Krebsoperation veröffentlicht. Sie zeigen das Kirchenoberhaupt stehend am Altar, gekleidet in grüne Gewänder, wie sie in dieser Zeit des Kirchenjahres üblich sind.
Aufgenommen wurden die Bilder in der römischen Gemelli-Klinik. Dort hatte man im zehnten Stock einen Raum in eine provisorische Kapelle verwandelt. Gegen Mittag feierte der 71-Jährige darin eine Messe, an der Ärzte und Pflegekräfte außerhalb ihres Dienstes sowie Angehörige der vatikanischen Gendarmerie teilnahmen. Leo teilte selbst die Kommunion aus. In seiner Predigt dankte er dem Personal für die tägliche Arbeit mit den Kranken – und ausdrücklich für die Pflege, die es ihm selbst zukommen lasse.
Am 13. Oktober war dem Papst der untere Lappen des rechten Lungenflügels entfernt worden. Zuvor hatten Ärzte einen verdächtigen Knoten entdeckt. Die Gewebeuntersuchung bestätigte ein Adenokarzinom, die häufigste Art von Lungenkrebs.
Die Mediziner zeigen sich zufrieden. Laut dem jüngsten Bulletin seines Leibarztes Luigi Carbone und des Thoraxchirurgen Stefano Margaritora belegen Blutwerte und Röntgenbild eine stetige Besserung. Den Alltag bewältige der Papst inzwischen völlig selbstständig. Bereits am Donnerstag hatte er wieder Akten gelesen und Erzbischof Paolo Rudelli aus dem Staatssekretariat empfangen.
Für Sonntag ist der erste öffentliche Auftritt geplant: Leo soll das Angelusgebet sprechen. Offen ist noch, ob er das vom Krankenhaus oder vom Vatikan aus tun wird. Entlassen werden könnte er nach bisheriger Planung am 20. Oktober.
Für viele Gläubige dürften die Bilder eine Erleichterung sein. Seit der Diagnose hatte der Vatikan zwar regelmäßig Bulletins veröffentlicht, gesehen hatte man den aus den USA stammenden Papst aber nicht. Neben den Fotos aus der Kapelle gab der Heilige Stuhl auch Aufnahmen von Genesungswünschen frei, die Leo im Krankenhaus erreicht haben.
