Eine gute Nachricht für das Weltklima kommt aus Brasilien: Im Amazonasgebiet des Landes ist so wenig Wald verschwunden wie noch nie, seit Satelliten dort hinschauen. Das Weltraumforschungsinstitut Inpe meldete am Freitag für den Zeitraum August 2025 bis Juli 2026 eine gerodete Fläche von 3335 Quadratkilometern – eine Fläche, die das Saarland um rund ein Drittel übertrifft.

Im Vorjahreszeitraum waren es noch 5731 Quadratkilometer gewesen, der Rückgang beträgt damit 41,8 Prozent. Die Datenreihe des Programms PRODES reicht bis 1988 zurück; der bisherige Tiefstwert stammte aus dem Jahr 2012. Mitte der Neunzigerjahre fielen jährlich fast 30.000 Quadratkilometer der Kettensäge zum Opfer.

Auch in der Savannenregion Cerrado ging die Zerstörung um knapp 24 Prozent zurück, auf rund 5517 Quadratkilometer. Am stärksten gerodet wurde im Amazonasgebiet weiterhin in den Bundesstaaten Pará (1130 Quadratkilometer), Mato Grosso (849) und Amazonas (525). Rund 60 Prozent des größten Regenwalds der Erde liegen auf brasilianischem Staatsgebiet, entsprechend groß ist die Bedeutung der Zahlen für den Klimaschutz: Intakte Tropenwälder binden gewaltige Mengen Kohlendioxid.

Umweltminister João Paulo Capobianco sprach von einem „absolut stratosphärischen“ Erfolg. Die Regierung führt ihn auf strengere Kontrollen zurück: Die Umweltbehörde Ibama hat seit 2023 mehr als 76.000 Einsätze gefahren und Bußgelder in Milliardenhöhe verhängt. Das Klimabündnis Observatório do Clima wertet die Zahlen als Beleg dafür, dass sich Abholzung mit politischem Willen bremsen lässt.

Brisant ist der Zeitpunkt. Am 25. Oktober entscheidet eine Stichwahl über das Präsidentenamt, und die Umfragen sehen ein enges Rennen. Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva, der die illegale Rodung bis 2030 ganz beenden will, tritt gegen Senator Flávio Bolsonaro an. Unter dessen Vater Jair Bolsonaro war die Abholzung stark angestiegen – die Zukunft des Regenwalds ist deshalb eines der großen Wahlkampfthemen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert