Früher als erwartet ist Papst Leo XIV. in den Vatikan zurückgekehrt. Am Samstagnachmittag verließ der 71-Jährige die römische Gemelli-Klinik, in der ihm am Dienstag ein Teil des rechten Lungenflügels samt einem bösartigen Tumor entfernt worden war. Um 15.43 Uhr erreichte die Wagenkolonne den Vatikanstaat.

Eigentlich sollte der Aufenthalt bis zum 20. Oktober dauern. Doch schon am Donnerstag nahm das Kirchenoberhaupt einen Teil seiner Amtsgeschäfte wieder auf. Am Samstagmorgen gaben dann sein Leibarzt Luigi Carbone und der Chirurg Stefano Margaritora grünes Licht: Blutwerte, ein Röntgenbild des Brustkorbs und eine klinische Untersuchung hätten gezeigt, dass der Papst nach Hause dürfe. Wenig später machte das vatikanische Presseamt die Nachricht öffentlich.

Zum Abschied feierte Leo eine Messe in einem eigens hergerichteten Raum im zehnten Stock. Vor dem Haupteingang warteten zahlreiche Menschen und jubelten ihm zu. Der Papst schüttelte Hände und blieb bei einer jungen Frau mit verbundenem Arm stehen, die eine Puppe in seinem Ebenbild im Arm hielt. Aus dem Auto winkte er lächelnd.

Wie es um seine Prognose steht, ist nicht bekannt; dazu hat der Vatikan bislang nichts mitgeteilt. Bereits am Sonntag will der in den USA geborene Pontifex zur Mittagszeit das Angelusgebet vom Fenster des Apostolischen Palastes sprechen – sein erster großer Auftritt nach der Operation.

Offen ist noch, ob die geplante Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru im kommenden Monat stattfinden kann. Ein Indiz spricht dafür: Am Freitag veröffentlichte der Vatikan die Namen der Journalisten, die im Papstflugzeug mitfliegen dürfen. Ruhig waren die Kliniktage ohnehin nicht. Leo telefonierte mit Kremlchef Wladimir Putin über die humanitäre Not in der ukrainischen Stadt Oleschky und empfing führende Kardinäle.

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