Ein Rekord im Weißen Haus, allerdings einer, auf den niemand stolz ist: Katie Zacharia, erst seit Montag Pressesprecherin von Donald Trump, ist ihren Posten nach fünf Tagen wieder los. Sie war auf Karoline Leavitt gefolgt, die Ende August ausgeschieden war.
Den Ausschlag gab offenbar die Frage nach ihrer Qualifikation. Trump hatte die frühere Kommentatorin rechter Sender wie Fox News und Newsmax als Juristin mit Anwaltszulassung präsentiert. Recherchen von Medien ergaben jedoch, dass ihr genau diese fehlt. Am Donnerstag räumte die 42-Jährige ein, nach dem Studium an der Pepperdine University durch die kalifornische Anwaltsprüfung gefallen zu sein und keinen zweiten Versuch unternommen zu haben. Danach sei sie nach China gezogen und habe dort im internationalen Vertragsgeschäft gearbeitet. Eine Watchdog-Organisation verlangt nun von der kalifornischen Anwaltskammer eine Prüfung, ob sie sich unrechtmäßig als Anwältin ausgegeben hat.
Schon ihr erster Auftritt vor der Hauptstadtpresse am Dienstag war missglückt. Nach weniger als 15 Minuten und wenigen Fragen brach sie ab, eine Frage zum Austausch von Geheimdienstinformationen mit der Ukraine blieb offen. Zudem bezeichnete sie ihren Ehemann versehentlich als „den Präsidenten“.
Trump selbst ließ am Freitag durchblicken, wohin die Reise geht. Die Medien seien mit ihr „ziemlich übel“ umgesprungen, sagte er vor dem Hubschrauber Marine One, und riet ihr offen, sich den Job noch einmal zu überlegen. Wenige Stunden später verabschiedete sich Zacharia mit überschwänglichem Lob für ihren Chef. Laut einem Regierungsvertreter soll sie eine andere, noch nicht genannte Aufgabe übernehmen.
Für die Republikaner kommt das Durcheinander zur Unzeit: Bis zu den Zwischenwahlen im November sind es keine drei Wochen mehr. Einen Nachfolger wird es nach Informationen von NBC News so bald nicht geben. Die Demokraten nutzen die Steilvorlage für Spott.
Sogar Anthony Scaramucci, der 2017 nach nicht einmal zwei Wochen als Kommunikationschef gehen musste, meldete sich zu Wort. Rekorde seien eben dazu da, gebrochen zu werden, schrieb er auf X – er empfinde aber keine Freude am Leid anderer.
