Der befürchtete Volltreffer blieb aus, glimpflich kam Guam trotzdem nicht davon. Supertaifun Champi zog am Sonntag gegen 4.26 Uhr Ortszeit rund 16 Kilometer südlich des Dorfes Merizo an der US-Pazifikinsel vorbei, in Deutschland war es da noch Samstagabend. Kurz zuvor hatten Meteorologen den Sturm zum Supertaifun hochgestuft.

Besonders hart traf es den Süden der Insel. Dort tobten die stärksten Böen, Starkregen setzte Straßen und Senken unter Wasser. In Talofofo riss der Sturm einem Wohnhaus einen Teil des Dachs weg. Die Behörden beließen Guam in der höchsten Alarmstufe COR 1: Bewohner sollen in stabilen Betonbauten bleiben, Fenster meiden und weder Auto fahren noch an die Küste gehen, selbst wenn der Wind zwischendurch nachlässt. Taifun- und Sturzflutwarnung galten weiter.

Am deutlichsten zeigte sich das Ausmaß am Stromnetz. Nach Angaben des Versorgers Guam Power Authority war um 9 Uhr nur gut die Hälfte der Verteilerleitungen in Betrieb. Die Umspannwerke Talofofo, Umatac und Radio Barrigada sowie ein Teil von Pulantat fielen aus. Militärstandorte wie die Andersen Air Force Base, das Guam Memorial Hospital und ein Großteil der Hotelmeile in Tumon blieben dagegen am Netz. Reparaturtrupps wollen loslegen, sobald es die Windstärke erlaubt.

Die Wasserversorgung hielt weitgehend: Alle 98 Brunnen lieferten, 72 davon mithilfe von Notstromaggregaten. In einzelnen Vierteln wie Pago Bay oder Malesso‘ sank allerdings der Druck. Das Aufbereitungswerk am Fluss Ugum wurde vom Netz genommen, weil das Hochwasser zu viel Schlamm mitführte.

Rasche Unterstützung kam aus Washington. Präsident Donald Trump billigte am Vormittag Notstandserklärungen für Guam und die benachbarten Nördlichen Marianen. Damit kann die Katastrophenschutzbehörde FEMA Hilfe koordinieren und Ausrüstung bereitstellen. Gouverneurin Lou Leon Guerrero zeigte sich dankbar für die schnelle Reaktion, ihr Stellvertreter Josh Tenorio kündigte an, die Mittel vor allem in die am stärksten betroffenen Orte zu lenken.

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