Auf dem Truppenübungsplatz Wainwright im kanadischen Alberta hat sich am Samstag eines der schwersten Unglücke in der jüngeren Geschichte der Streitkräfte ereignet. Nach einer Explosion breitete sich ein Feuer aus, das mehrere Menschen in den Tod riss. Der Sender Global News beruft sich auf Militärkreise und spricht von mindestens sieben Toten und Dutzenden Verletzten. Offiziell bestätigt die Armee bislang nur, dass es Todesopfer und Verletzte gibt; genaue Zahlen sollen erst folgen, wenn alle Angehörigen informiert sind.
Was genau geschah, ist noch nicht geklärt. Laut den Quellen von Global News soll bei einer Schießübung gegen 16 Uhr Ortszeit eine Gasleitung oder ein Gasbohrloch getroffen worden sein. Das Verteidigungsministerium bestätigt das nicht und verweist auf laufende Ermittlungen, an denen auch die Bundespolizei RCMP beteiligt ist. Sturmböen mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde trieben die Flammen über den Zaun der Basis hinaus. Erst gegen Mitternacht meldete die Gemeinde, der Brand sei unter Kontrolle.
Die Basis rund 200 Kilometer südöstlich von Edmonton gehört zu den wichtigsten Ausbildungsorten der kanadischen Armee. Kliniken in der Region riefen den Katastrophenfall aus, Rettungswagen aus der ganzen Provinz wurden nach Wainwright beordert, Hubschrauber der Luftrettung kamen aus Edmonton und Saskatoon. Schwerverletzte mit Verbrennungen wurden in das Universitätsklinikum von Alberta gebracht.
Verteidigungsminister David McGuinty sagte, er könne sich an keinen vergleichbaren Vorfall in jüngerer Zeit erinnern. Premierminister Mark Carney und Albertas Regierungschefin Danielle Smith sicherten sich enge Abstimmung zu. Generalstabschefin Jennie Carignan erklärte, das Wohl der Soldatinnen und Soldaten und ihrer Familien stehe an erster Stelle.
Auch die Politik der Provinz bekam die Folgen zu spüren: Ein Wahllokal für die vorgezogene Stimmabgabe zum Referendum am Montag musste wegen des Feuers früher schließen. Wählerinnen und Wähler wurden nach Lloydminster und Vermilion umgeleitet.
