Leidenschaft ja, Ertrag nein: Borussia Dortmund ist am 6. Spieltag bei Union Berlin über ein torloses Remis nicht hinausgekommen. Damit wartet der BVB seit drei Pflichtspielen auf einen Sieg, nach dem späten 2:2 gegen Werder Bremen und dem 0:1 in der Champions League bei Bodø/Glimt.
Kurios begann der Nachmittag in Köpenick. Nach wenigen Sekunden grätschte Ethan Nwaneri Unions Tom Rothe um, Schiedsrichter Daniel Schlager zückte zunächst Rot und korrigierte sich sofort zu Gelb. Bis zur Pause sammelten beide Teams insgesamt fünf Verwarnungen, die Partie lebte von Zweikämpfen statt von Kombinationen.
Dortmund hatte deutlich mehr vom Ball, ohne daraus Kapital zu schlagen. Torgefahr blieb auf beiden Seiten Mangelware, die erwarteten Tore lagen am Ende bei 0,88 für den BVB und 0,70 für Union. Kurz vor der Halbzeit vergab Nwaneri freistehend, kurz darauf entschärfte Gregor Kobel einen tückischen Freistoß von Kastriot Imeri. Nach dem Wechsel setzte Geburtstagskind Maximilian Beier eine Hereingabe von Julian Ryerson knapp neben den Pfosten, später köpfte Serhou Guirassy aus kurzer Distanz daneben. Auch Union hatte durch Tim Skarke und Felix Uduokhai eigene Möglichkeiten.
Sorgen bereitet die Verletzung von Konstantinos Karetsas. Der Grieche war erst kurz zuvor ins Spiel gekommen, verletzte sich nach einem Zweikampf mit Khedira am Fuß und konnte das Feld nur mit Hilfe verlassen. Sportdirektor Ole Book hoffte, „dass es nicht ganz so schlimm ist“.
Trainer Niko Kovac lobte die Einstellung, vermisste aber Tempo und Genauigkeit vor dem gegnerischen Tor. Mit Blick auf die eigenen Ansprüche sei das Ergebnis zu wenig. Book forderte, die Mannschaft müsse auf dem gesamten Feld mutiger auftreten. Ganz anders die Stimmung bei den Gastgebern: Coach Mauro Lustrinelli sprach von einem „schönen 0:0“.
In der Tabelle bleibt Dortmund ungeschlagen und mit 14 Zählern punktgleich mit Spitzenreiter Bayern. Union steckt weiter im Tabellenkeller. Schon am Dienstag steht für Dortmund das nächste Spiel in der Königsklasse an, Gegner ist Sabah FK aus Aserbaidschan; am Wochenende folgt das Duell mit Eintracht Frankfurt.
