Eine Woche nach dem ersten Ebola-Fall in Kenia atmen die Gesundheitsbehörden vorsichtig auf. Alle 122 Menschen, die mit dem verstorbenen Patienten in Berührung gekommen waren, sind nach Angaben von Gesundheitsminister Aden Duale inzwischen ermittelt. 108 von ihnen befinden sich in Quarantäne und werden täglich untersucht. Krankheitszeichen hat bis Sonntag niemand entwickelt.

Der Fall hatte Ostafrika aufgeschreckt. Ein 40-jähriger kenianischer Geschäftsmann, der seit Jahren im Kongo lebte, war dort wochenlang krank von Klinik zu Klinik gezogen. Ärzte behandelten ihn unter anderem wegen einer vermeintlichen Hautinfektion. Anfang Oktober reiste er über Uganda nach Nairobi, wo er schwer krank ins Krankenhaus kam. Erst dort wurde das Bundibugyo-Ebolavirus festgestellt, jene Variante, die im Kongo in diesem Jahr mehr als 4000 Menschen das Leben gekostet hat. Der Mann starb am 5. Oktober und wurde unter strengen Schutzauflagen beigesetzt.

Peinlich für die Behörden: Weder in Uganda noch in Kenia fiel er bei den Kontrollen am Flughafen auf. Seine Temperatur war offenbar normal, möglicherweise wegen Medikamenten. Fachleute sehen darin eine Schwäche von Fiebermessungen als wichtigstem Filter, denn die Inkubationszeit kann bis zu drei Wochen betragen.

Kenia hat seither nachgerüstet und die Weltgesundheitsorganisation nach eigenen Angaben binnen eines Tages informiert. Mehr als 667.000 Reisende wurden an 26 Grenzübergängen überprüft, fünf Labore liefern Testergebnisse binnen sechs bis zwölf Stunden. In Kliniken in Nairobi, Eldoret und Mombasa stehen 241 Isolierbetten bereit. Von 293 Verdachtsproben war bislang nur die des Verstorbenen positiv.

Reisebeschränkungen oder gar einen Lockdown gibt es nicht. Flughäfen und Grenzen bleiben offen. Duale ruft die Bevölkerung auf, bei Fieber, Schwäche oder Blutungen sofort ärztliche Hilfe zu suchen und keine Gerüchte zu verbreiten. Das Virus überträgt sich über Körperflüssigkeiten Erkrankter.

samweber.si

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