Der internationale Flughafen von Riad kommt nicht zur Ruhe. Am Sonntag schlug ein Geschoss in der Passagierhalle 4 des King Khalid International Airport ein, in der Inlandsflüge abgefertigt werden, und setzte sie in Brand. Die saudische Luftfahrtbehörde meldete Verletzte, nannte aber keine Zahl. Eine weitere Rakete sei kurz vor dem Gelände abgefangen worden, erklärte Koalitionssprecher Turki al-Maliki.

Erst am Vortag hatte ein Raketenangriff auf dasselbe Gebäude zwölf Menschen getötet und mehr als 300 verletzt. Am Sonntag erlag zudem ein Inder seinen Verletzungen, wie die Botschaft seines Landes mitteilte. Unter den Toten sind vier Saudis, zwei Bangladescher sowie je ein Mensch aus den USA, Ägypten, Jordanien, Syrien, dem Sudan und den palästinensischen Gebieten, darunter eine ägyptische Flugbegleiterin. Es ist der verlustreichste Angriff auf einen Golfstaat seit Beginn des Iran-Kriegs.

Zu den Attacken bekennen sich die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen aus dem Jemen. Sie meldeten außerdem Schläge auf den Flughafen von Dammam und auf zwei Anlagen des Ölkonzerns Aramco. Fluggesellschaften, Reisende und Beschäftigte warnten sie erneut, saudische Flughäfen und den Luftraum zu meiden. Ausgenommen seien nur Mekka und Medina. Mehrere Airlines haben ihre Verbindungen bereits ausgesetzt.

Im Alltag der Hauptstadt ist der Krieg angekommen. Der Flughafen bleibt geschlossen, die Schulen in Riad unterrichten bis Donnerstag nur online. Gleichzeitig tagte in der Stadt eine große internationale Energiekonferenz. Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman gab sich dort trotzig und verglich sein Land mit einem Phönix, der immer wieder aus der Asche steige.

Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition spricht von einem Kriegsverbrechen und kündigt eine entschlossene Antwort an. US-Präsident Donald Trump prüft, ob sich Washington an Angriffen auf die Huthi beteiligt. Das birgt Risiken: Die Rebellen könnten die Meerenge Bab al-Mandab blockieren, eine der letzten freien Routen für Öl aus der Region.

samweber.si

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