Für ein paar Tage liefen die Satellitenempfänger der ukrainischen Armee nur noch mit angezogener Handbremse. In Washington will man nun wissen, warum. Neun Senatorinnen und Senatoren beider Parteien haben den Generalinspekteur des Verteidigungsministeriums, Platte Moring III, um eine Untersuchung gebeten.
Angeführt wird die Initiative von der Demokratin Jeanne Shaheen und dem Republikaner Thom Tillis. Mit unterschrieben haben unter anderem Susan Collins, Lisa Murkowski und John Cornyn von den Republikanern sowie Dick Durbin und Chris Coons von den Demokraten.
Betroffen war Starshield, die militärische Variante des Starlink-Netzes von SpaceX, für die das Pentagon zahlt. Zwischen dem 12. und 14. Oktober sollen Geschwindigkeitssperren dafür gesorgt haben, dass Terminals auf schnell fliegenden Drohnen und Flugzeugen ausfielen. Nach ukrainischen Messungen lag die Grenze bei etwa 100 Kilometern pro Stunde, SpaceX räumte eine Sperre bei 160 km/h ein. Kiew zufolge wurden dadurch auch Abfangdrohnen gegen russische Shahed-Modelle gebremst.
Besonders brisant ist ein weiterer Punkt des Schreibens: Amerikanisches Personal in der Ukraine habe bei Luftangriffen teils nicht rechtzeitig die Schutzräume erreicht, weil Warn- und Geheimdienstinformationen stockten. Bis zum 1. November erwarten die Abgeordneten eine erste Unterrichtung.
Woher die Anweisung kam, ist umstritten. Zwei US-Regierungsvertreter und ein westlicher Beamter sagten Journalisten, sie sei aus dem Weißen Haus gekommen. Ein hochrangiger Regierungsmitarbeiter betonte dagegen, der Präsident habe so etwas nie verlangt. SpaceX-Chef Elon Musk erklärte, über Grenzen bei dem staatlichen System entscheide das Militär oder der Präsident.
Der Streit fällt in eine Phase, in der Donald Trump die Ukraine drängt, ihre Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, und das Verhältnis zwischen beiden Regierungen merklich abgekühlt ist. Präsident Wolodymyr Selenskyj und Trump hatten sich zuletzt öffentlich gegenseitig kritisiert. Für die Ukraine geht es um viel: Ohne schnelle, stabile Satellitenverbindungen lassen sich viele Drohnen kaum steuern, und genau mit diesen Drohnen wehrt das Land einen großen Teil der russischen Luftangriffe ab.
