In Bremen wird die Aufholjagd langsam zur Gewohnheit. Zum dritten Mal hintereinander lag der SV Werder in der Bundesliga mit zwei Toren zurück, und zum dritten Mal holte die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune noch etwas heraus. Das 2:2 gegen Aufsteiger SC Paderborn am Samstag bedeutet einen Rekord: So etwas hat vor den Bremern noch kein Team in der Geschichte der Liga geschafft.

Dabei war der Rahmen eigentlich für ein Fest gedacht. Das Weserstadion feierte seinen 100. Geburtstag, Werder lief in einem eigens aufgelegten weißen Trikot auf. Die Gäste aus Ostwestfalen ließen sich davon nicht beeindrucken. Stefano Marino traf nach 18 Minuten mit einem wuchtigen Schuss aus der Distanz, Steffen Tigges legte kurz vor der halben Stunde nach, als ein Einwurf nicht geklärt wurde.

Lange schien Paderborns Torhüter Nahuel Noll den Sieg festzuhalten, er parierte mehrfach glänzend. Kurz nach der Stunde aber war Niclas Füllkrug zur Stelle: Nach einer Verlängerung von Eren Dinkçi schob er flach zum Anschluss ein. Wenige Minuten später bekam Werder nach einem Handspiel von Laurin Curda einen Strafstoß, den der Stürmer sicher verwandelte.

In der Schlussphase drängten die Gastgeber auf den Siegtreffer, Noll blieb jedoch hellwach. Fast hätte es sogar noch bitter geendet: In der Nachspielzeit traf der eingewechselte Rayan Philippe nur den Innenpfosten.

Für Füllkrug waren es die Saisontore fünf und sechs, erstmals in seiner Laufbahn traf er in fünf Bundesligaspielen in Folge. Zuvor hatte Werder bereits gegen Borussia Dortmund ein 0:2 in ein 2:2 und in Augsburg ein 0:2 in ein 3:2 verwandelt. Die Fans dürften sich trotzdem wünschen, dass ihr Team beim nächsten Mal einfach früher aufwacht.

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