Japan steckt bis zu 21 Milliarden US-Dollar in die amerikanische Halbleiterproduktion. Wirtschaftsminister Ryosei Akazawa bestätigte am Donnerstag in Tokio ein Projekt, bei dem im Ort Malta im Bundesstaat New York zwei neue Werke entstehen sollen. Betreiben wird sie der US-Auftragsfertiger GlobalFoundries, der die Pläne bereits am Vortag öffentlich gemacht hatte.

Die Rollen sind klar verteilt: Tokio liefert das Kapital, GlobalFoundries Technologie und Betriebserfahrung. Rund zehn Milliarden Dollar fließen zunächst in eine Fabrik für 300-Millimeter-Wafer, die 2029 die Produktion aufnehmen soll. Eine zweite Anlage in ähnlicher Größenordnung ist als Option vorgesehen. Gefertigt werden sollen keine Spitzenchips für Smartphones der nächsten Generation, sondern bewährte Halbleiter, ohne die Autos, Industriemaschinen und KI-Rechenzentren nicht auskommen.

Politisch ist das Vorhaben ein Baustein des Handelsabkommens, mit dem Japan im vergangenen Jahr Zollerleichterungen in Washington erkaufte. Es ist bereits das dritte Projekt aus diesem Investitionspaket. Akazawa betonte, kein Land habe derzeit engere Wirtschaftsbeziehungen zu den USA als Japan. Präsident Donald Trump wiederum verspricht 27.000 Jobs in Bau und Zulieferung sowie mehr als 1.000 Stellen in der Fertigung – Zahlen, die er knapp drei Wochen vor den Zwischenwahlen gern auf Kundgebungen nennt.

Auch japanische Firmen wollen profitieren. Nach Angaben des Industrieministeriums haben Tokyo Electron und Screen Interesse an Anlagenlieferungen signalisiert, Tokyo Ohka Kogyo an Materialien. Renesas Electronics plant, Chips aus New York abzunehmen. Für Tokio ist das Projekt damit nicht nur Zollpolitik, sondern auch Industrieförderung im eigenen Interesse.

Für GlobalFoundries hat der Deal einen Preis: Das US-Handelsministerium erhält in einer separaten Vereinbarung rund vier Prozent der Firmenanteile. Den ersten Spatenstich will das Unternehmen noch in diesem Jahr setzen – auf einem Gelände, das bereits genehmigt und erschlossen ist.

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