Nordkorea hat nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA am 14. Oktober zwei Typen strategischer Marschflugkörper von unter Wasser abgefeuert. Die Tests fanden im Ostmeer statt und sollten laut Pyongyang die Einsatzbereitschaft der Unterwasser-Kampfsysteme prüfen sowie die Abschreckungsfähigkeit demonstrieren. Die Agentur betonte, Nachbarländer seien nicht gefährdet worden.
Südkoreas Militär bestätigte am nächsten Tag, die Flugkörper seien von einem U-Boot gestartet worden – einer aus einem Vertikalschacht, der andere aus einem Torpedorohr. Sprecher Jang Do-young sagte, die Streitkräfte hätten die Bahnen durchgehend verfolgt. Warum Seoul den Abschuss nicht sofort öffentlich machte, erklärte er mit der Praxis, nicht jeden erfassten nordkoreanischen Start sofort zu melden.
KCNA nannte als Beobachter unter anderem Kim Jong Sik und Jang Chang Ha. Eine der Waffen wurde als Pulhwasal-3-31 beschrieben, denselben Typ, den Nordkorea nach eigenen Angaben kürzlich auch von Land aus erprobt hatte. Reichweiten und U-Boot-Name blieben offiziell ungenannt; Beobachter bringen die Übung mit dem noch nicht voll einsatzfähigen Boot „Hero Kim Kun Ok“ in Verbindung.
Der Test reiht sich in eine Serie von Demonstrationen ein: Tage zuvor feuerte Pyongyang ballistische Raketen ab, nachdem Südkorea am 8. Oktober unter Präsident Lee Jae Myung erstmals ein eigenes Hyperschall-Gleitfahrzeug gezeigt hatte. Zusätzlich belasten Minenexplosionen in der demilitarisierten Zone im September das Klima zwischen Seoul und Pjöngjang.
Analysten sehen in den Unterwasser-Starts den Versuch, eine zweite Abschreckungsebene jenseits landgestützter Systeme zu etablieren. Ob Nordkorea bereits ein modernes Raketen-U-Boot dauerhaft betreibt, gilt unter Außenbeobachtern weiterhin als offen – der politische Signalcharakter der Tests ist dagegen eindeutig. Regionale Militärs werten jede neue Unterwasserfähigkeit Nordkoreas als zusätzlichen Druckfaktor in einer ohnehin angespannten Abrüstungskrise.
