Saudi-Arabien steht im Jemen bald womöglich nicht mehr allein da. Nach Angaben aus jemenitischen Kreisen, über die der britische „Guardian“ berichtet, wollen die Vereinigten Arabischen Emirate wieder Geld an Regierungstruppen im Süden des Landes zahlen. Riad soll im Gegenzug die Luftunterstützung übernehmen. Offiziell bestätigt hat das bislang keine der beiden Regierungen.

Treibende Kraft der Annäherung ist der Vormarsch der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz. Seit September hat sie entlang der Küste am Roten Meer Gelände gewonnen, auch nahe der Meerenge Bab al-Mandab, durch die fast zehn Prozent des Welthandels laufen. Weil die Straße von Hormus blockiert ist, hängen die saudischen Ölexporte umso mehr an diesem Seeweg. Zugleich muss das Königreich fast täglich Drohnen und Raketen abwehren; Flughäfen und Teile der Energieversorgung standen wiederholt still.

Das Bündnis der beiden Golfstaaten war Anfang des Jahres zerbrochen. Damals bombardierte Saudi-Arabien Waffenlieferungen der Emirate an den separatistischen Südlichen Übergangsrat, der die Macht im Süden an sich reißen wollte. Dessen Anführer Aidarous al-Subaidi floh nach Abu Dhabi, die Emirate zogen sich komplett zurück. Die von ihnen ausgebildeten Verbände, darunter die sogenannten Giganten-Brigaden, gelten jedoch als besonders schlagkräftig. Experten des Soufan Center zufolge fürchtet man in Abu Dhabi zudem, dass erstarkte Huthi bald auch wieder die Emirate ins Visier nehmen.

Militärisch kommt die jemenitische Regierung bislang kaum voran. Eine Anfang Oktober gestartete Gegenoffensive brachte nur begrenzte Erfolge. Am Freitag schlugen zwei Huthi-Raketen auf dem Flughafen von Aden ein, etwa 500 Meter von einer startbereiten Passagiermaschine entfernt. Verletzt wurde nach Regierungsangaben niemand.

Auch andere Staaten rücken näher an den Konflikt heran. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi will sich vom Parlament ermächtigen lassen, Saudi-Arabien notfalls militärisch beizustehen – ausdrücklich nur zur Verteidigung. Großbritannien schickte ein Tankflugzeug der Royal Air Force. Nach UN-Angaben sind seit August mehr als 200.000 Menschen auf der Flucht. Unbeantwortet bleibt die Forderung der Separatisten im Süden nach einer Volksabstimmung über die Unabhängigkeit.

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