Football lebt vom Passspiel – eigentlich. Die Tampa Bay Buccaneers haben am Sonntag bewiesen, dass es auch ganz anders geht. Bei strömendem Regen im heimischen Raymond James Stadium schlugen sie die Atlanta Falcons mit 16:0, obwohl Quarterback Baker Mayfield keinen einzigen seiner drei Würfe an den Mann brachte.

So etwas hatte es in der NFL seit 52 Jahren nicht mehr gegeben. Zuletzt hatten die Buffalo Bills im September 1974 ohne gefangenen Pass gewonnen; seit Einführung des Super Bowl sind die Bucs erst das zweite Team mit diesem Kunststück. Einen Sieg mit zweistelligem Abstand ohne Completion gab es laut Liga-Statistik zuletzt 1945.

Den Schlüssel lieferte das Laufspiel. Bucky Irving trug den Ball 27-mal für 170 Yards und erzielte den einzigen Touchdown, Kenneth Gainwell kam auf 140 Yards. Zusammen mit Mayfields eigenen Läufen standen am Ende 324 Rushing-Yards – Vereinsrekord. Die restlichen Punkte steuerte Kicker Chase McLaughlin mit drei Field Goals bei; er hat in dieser Saison noch keinen Versuch vergeben.

Atlanta dagegen versuchte es trotz der Wassermassen durch die Luft und ging damit unter. Michael Penix Jr. brachte nur acht von 24 Pässen an und warf vier Interceptions, drei davon bereits in der ersten Halbzeit. Für Falcons-Trainer Kevin Stefanski, früher Mayfields Coach in Cleveland, war es ein bitterer Nachmittag.

Head Coach Todd Bowles nahm die Kuriosität gelassen: Es gebe eben „für alles ein erstes Mal“. Den Verzicht auf Würfe habe nicht er angeordnet, sondern das Wetter. Mayfield, erst das zweite Spiel nach einem Daumenbruch zurück, sagte, er tue alles, was zum Sieg nötig sei. Mit dem zweiten Erfolg in Serie stehen die Bucs bei drei Siegen und fünf Niederlagen und sind in der NFC South wieder im Rennen. Die Falcons reisen als Nächstes nach Madrid.

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