Kaum sind die US-Zwischenwahlen vorbei, rückt wieder der Iran-Krieg ins Zentrum: Präsident Donald Trump hatte angekündigt, nach dem Wahltag über eine erneute Vollbombardierung Teherans zu entscheiden, falls kein für ihn akzeptabler Deal zustande komme. Euronews und US-Medien berichten, Washington habe Golfstaaten bereits gewarnt, sich auf mögliche neue Schläge einzustellen – eine Botschaft, die in Doha und Riad für Nervosität sorgt.

Die acht Monate alte Kampagne ist im Land unpopulär geworden. In einer AP-Wählerumfrage nannten 63 Prozent den Krieg die falsche Entscheidung; 74 Prozent stuften ihn als wichtigen oder entscheidenden Wahlfaktor ein. Die Kosten belasten den Alltag: Das Pentagon schätzte Mitte Oktober rund 47,1 Milliarden Dollar Steuerausgaben; der US-Benzinpreis lag Anfang November bei etwa 4,15 Dollar je Gallone – deutlich über dem Vorkriegsniveau unter drei Dollar.

Parallel dazu sollen am 10. und 11. November in Abu Dhabi wieder trilaterale Ukraine-Gespräche stattfinden. Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner wollen mit Delegationen aus Kiew und Moskau über Deeskalation, humanitäre Schritte und Sicherheitsarrangements nach dem Krieg sprechen – ein Format, das wegen des Iran-Kriegs seit Februar ruhte.

Ob Trump die Verhandlungsrunde nutzt oder gleichzeitig im Golf eskaliert, bleibt offen. Die Parteien liegen bei Gebietsfragen weit auseinander; Europa berät parallel in Brüssel über Sicherheitsgarantien. Für die neue demokratische Mehrheit im Kongress könnte der teure Iran-Krieg zum Hebel werden, Militärausgaben zu begrenzen – noch bevor der nächste Schlagbefehl fällt.

Beobachter in Europa sehen darin ein Doppelspiel: Trump kann am Golf Stärke zeigen und gleichzeitig in den Emiraten als Vermittler auftreten – eine Balance, die nach dem Midterm-Debakel noch schwerer zu halten ist.

samweber.si

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