Stunden nachdem ein Gericht den Weg freigemacht hatte, stoppte Malaysias Generalstaatsanwaltschaft am Freitag den Transfer von Ex-Premierminister Najib Razak in den Hausarrest. In einer dreiseitigen Erklärung hieß es, Fragen zur rechtlichen Auslegung der königlichen Begnadigung und des Gerichtsbeschlusses seien offen – die Umsetzung bleibe vorerst ausgesetzt.

Najib, Regierungschef von 2009 bis 2018, verbüßt eine Haftstrafe im Milliarden-Skandal um den Staatsfonds 1MDB. Im September hatte König Sultan Ibrahim ihm erlaubt, die restlichen zwei Jahre der reduzierten Strafe zu Hause zu verbüßen. Seine Partei UMNO zahlte am Freitag eine 50-Millionen-Ringgit-Geldstrafe per Crowdfunding – eine Bedingung der Begnadigung – und Medien sowie Polizei warteten vor seinem Haus in Kuala Lumpur.

Zwischenzeitlich durfte Najib das Gefängnis für einen Zahnarzttermin verlassen, kehrte aber zurück, als die Behörde intervenierte. Seine Anwälte sprechen von „Exekutivübergriff“: Der Generalstaatsanwalt habe bei der Begnadigungsberatung selbst gesessen und damals keine Einwände erhoben; eine königliche Order per Medienmitteilung auszusetzen sei unzulässig.

Politisch ist der Fall Sprengstoff für die Koalition von Premier Anwar Ibrahim. Verkehrsminister Anthony Loke (DAP) kündigte seinen Kabinettsrücktritt an, sobald der Hausarrest beginne. Parallel läuft eine weitere 1MDB-Verurteilung zu 15 Jahren aus Dezember 2025, gegen die Najib Berufung eingelegt hat.

Ob die Prüfung Tage oder Wochen dauert, ist unklar – klar ist nur, dass der einst mächtigste Politiker des Landes Freitagabend wieder hinter Gittern saß, während seine Anhänger Verrat und seine Gegner eine längst überfällige Klarstellung wittern.

samweber.si

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