Nach fast 22 Jahren im Orbit ist das Neil-Gehrels-Swift-Observatorium der Nasa am Mittwoch in der Erdatmosphäre verglüht. Die US Space Force bestätigte den Wiedereintritt um 7:39 Uhr Eastern Time über Nord-Sumatra (rund 3,4° Nord, 98,6° Ost). Die meisten Teile dürften verbrannt sein; die Chance, dass Trümmer Menschen treffen, hatte die Nasa zuvor mit etwa 1 zu 2100 beziffert. Schäden oder Verletzte wurden nicht gemeldet.
Swift startete 2004 für eine geplante Zweijahresmission, um Gammablitze – die heftigsten Explosionen des Kosmos – blitzschnell zu orten und mit Röntgen-, Ultraviolett- und Optik-Teleskopen nachzujagen. Am Ende beobachtete das Observatorium mehr als 2000 solcher Ausbrüche und rund 1400 Supernovae; Nasa-Schätzungen sprechen von Beiträgen zu etwa 7000 Fachartikeln. Die letzte Wissenschaftsbeobachtung datiert vom 20. Oktober.
Ohne eigene Triebwerke sackte Swift durch Luftwiderstand und den aktuellen Sonnenzyklus immer tiefer. Ein Rettungsversuch für 30 Millionen Dollar scheiterte: Das private Serviceroboter-Schiff LINK von Katalyst Space sollte die Bahn anheben, litt aber an Antrieb und Reaktionsrädern und konnte Swift nicht greifen.
Am Freitag widmete die Nasa dem Observatorium ihren Astronomy Picture of the Day – ein Abschiedsmosaik aus einer Million UV/Optik-Aufnahmen. Die Daten bleiben; der Satellit selbst endete wie eine Sternschnuppe über dem Indischen Ozean.
Für Astrophysiker markiert der Absturz das Ende einer Ära schneller Multiwellenlängen-Astronomie – und ein Lehrstück, wie schwer es ist, alternde Low-Earth-Orbit-Missionen zu retten.
