Stockholm verlängert den Ausnahmezustand an den Grenzen: Ab dem 12. November 2026 bis zum 11. Mai 2027 gelten erneut Kontrollen an Schwedens inneren Schengen-Grenzen – zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Die Regierung begründet den Schritt mit einem „ernsthaften Bedrohung“ für öffentliche Ordnung und innere Sicherheit.

Im Zentrum steht laut Justizressort die Lage nach Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine: hybride Bedrohungen und feindliche Akteure, die sich im Schengen-Raum bewegten. Die Maßnahme folgt der EU-Grenzkodex-Verordnung; die Polizeibehörde entscheidet weiterhin, wo und wie geprüft wird.

Schweden steht damit nicht allein. Frankreich, Deutschland, Norwegen und Dänemark haben ebenfalls innere Kontrollen wieder eingeführt. Stockholm betont, die Checks seien eines von mehreren Instrumenten und müssten verhältnismäßig bleiben. Praktisch bedeutet das Ausweiskontrollen für Einreisende und die Möglichkeit, Personen genauer zu identifizieren, die als Risiko gelten.

Bereits seit November 2015 nutzt Schweden immer wieder befristete Binnenkontrollen – oft mit neuen Begründungen und Fristen, statt einer reinen Verlängerung. Das aktuelle Dekret setzt neu an, sobald die vorherige Genehmigung auslief.

Für Pendler und Touristen an der Öresund-Brücke und an Fährhäfen heißt das: mehr Stichproben, längere Wartezeiten möglich – aber kein generelles Einreiseverbot. Ob die sechs Monate reichen oder erneut verlängert werden, hängt von der Sicherheitslage ab.

Kritiker sehen in den wiederkehrenden Kontrollen eine schleichende Aushöhlung der Personenfreizügigkeit; die Regierung antwortet, ohne Identitätschecks an neuralgischen Punkten seien hybride Angriffe und organisierte Kriminalität schwerer zu stoppen. Für Güterverkehr und den Öresund-Pendlerverkehr bleiben die Übergänge offen – mit dem klaren Hinweis, dass die Polizei die Intensität der Stichproben der Lage anpasst.

samweber.si

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