Knapp eine Woche nach den Schüssen in zwei Vororten westlich von Paris ist klar, wen der Täter treffen wollte. Im Polizeigewahrsam hat Kévin T., ein Mann von 39 Jahren, eingeräumt, gezielt auf Menschen gefeuert zu haben, die er für Muslime oder für afrikanischer beziehungsweise nordafrikanischer Herkunft hielt. Das teilte der französische Anti-Terror-Staatsanwalt Olivier Christen am Donnerstag in Paris mit.

Die Tat geschah am vergangenen Freitag in Trappes und im Nachbarort La Verrière im Département Yvelines. Der Mann schoss aus seinem Auto und später zu Fuß auf Passanten. Getötet wurde der 26-jährige Pengo Bossio Wangi, ein Franzose kongolesischer Abstammung. Sieben weitere Menschen wurden verletzt, darunter ein elfjähriges Mädchen, das inzwischen außer Lebensgefahr ist. Drei Opfer liegen weiter im Krankenhaus, eines davon in kritischem Zustand. Die Polizei nahm den Verdächtigen keine 20 Minuten nach Beginn der Schüsse fest.

Nach Angaben der Ermittler hatte er seit September Zubehör gekauft, um eine alte Maschinenpistole vom Typ Sten aus dem Zweiten Weltkrieg schlagkräftiger zu machen. Dazu kamen Handschellen und eine Polizeiarmbinde. In seiner Wohnung in Plaisir fanden die Beamten Magazine, Schlagringe, ein Bajonett und einen Schalldämpfer, außerdem Aufkleber mit nationalistischen Parolen, die den rechtsextremen Rassemblement National feierten. Diese habe er selbst entworfen, sagte T., Mitglied einer Partei sei er aber nicht.

Trappes habe er ausgesucht, weil er den Ort für einen „Unterschlupf von Islamisten“ halte. Eine terroristische Absicht bestreitet er, seine Tat empfinde er als „legitim“ und bereue nichts. Ein Arzt fand keine Anzeichen einer akuten psychischen Krise.

Die Justiz ermittelt nun wegen Mordes und versuchten Mordes im Zusammenhang mit einem terroristischen Vorhaben, erschwert durch das Motiv der Herkunft oder Religion der Opfer. Die Anklagebehörde beantragte Untersuchungshaft. Präsident Emmanuel Macron hatte zuvor vor einem „Rassismus der Atmosphäre“ gewarnt, den er auch der extremen Rechten anlastet.

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