Der Fundort klingt nach Abenteuerroman: eine Salzebene im Norden Malis, mitten in der Sahara. Dort wurde 2022 ein auffällig rosafarbener Stein aufgelesen, knapp 800 Gramm schwer, in mehreren Stücken. Erst jetzt ist klar, was die Finder in der Hand hatten. Laut einer Studie, die am Donnerstag in der Fachzeitschrift Science erschien, stammt Teghaza 001 vom Mars und ist vor mindestens 4,1 Milliarden Jahren in dessen Kruste entstanden.

Damit gehört der Brocken zu den drei ältesten der rund 435 bekannten Marsmeteoriten auf der Erde. Den ersten Verdacht hatte Carl Agee vom Institut für Meteoritik der University of New Mexico. Die Sauerstoffisotope verrieten die Herkunft vom Roten Planeten, doch Gefüge und Minerale passten zu keinem gewöhnlichen Exemplar. Yang Liu vom Jet Propulsion Laboratory der NASA entdeckte schließlich winzige Zirkonkristalle, mit denen sich das Alter präzise bestimmen ließ. Ein Labor am Caltech ergänzte eine Datierung an einzelnen Körnern, für die ein Splitter kleiner als ein Fingernagel genügte.

Spannend ist vor allem, was der Stein über Wasser verrät. Veränderte Minerale und ungewöhnliche Isotopenwerte deuten darauf hin, dass vor gut vier Milliarden Jahren Flüssigkeiten durch das Gestein zirkulierten. Agee fand zudem Bereiche mit viel Manganoxid, nach dem Marsrover als Hinweis auf lebensfreundliche Bedingungen suchen. Das stützt die Vorstellung, dass der junge Mars wärmer und feuchter war als die kalte Wüste von heute.

Ein Gutachter nannte den Fund laut Liu einen „Stein von Rosette“ für den Mars. Die Mineralzusammensetzung ähnelt dem, was Sonden im zerkraterten Hochland der Südhalbkugel beobachten. Woher genau der Meteorit stammt, wird man nie sicher wissen, die Forscher nennen aber mehrere passende Regionen.

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