Kaum ist Andrea Kimi Antonelli in Mexiko jüngster Formel-1-Weltmeister der Geschichte geworden, steht für Mercedes das nächste Ziel an: der Konstrukteurs-Titel. Vor dem Grand Prix von São Paulo am Sonntag führt das Silberpfeil-Team Ferrari mit 630 zu 504 Punkten an – 126 Zähler Vorsprung bei noch vier Rennen. Reicht es, Ferrari in Interlagos um mindestens drei Punkte zu überflügeln, wäre die Team-Meisterschaft erstmals seit 2021 wieder bei Mercedes.

Die Mathematik ist klar, die Umsetzung nicht trivial. Ferrari hat die letzten vier Rennen punktemäßig oft besser abgeschlossen, auch wenn sich Lewis Hamilton und Charles Leclerc in Mexiko in der ersten Runde gegenseitig aus dem Weg räumten und Max Verstappen siegte. Hamilton feiert in Brasilien seinen 400. Grand Prix; Leclerc fehlt am Donnerstag den Medien wegen der Geburt seiner Tochter Bianca, in FP1 sitzt Junior Dino Beganovic im Auto. Verstappen kommt mit Schwung: drei Siege aus vier Rennen und Rang zwei in der Fahrerwertung.

Antonelli und Teamkollege George Russell müssen also liefern. Einfache Wege zum Titel: ein Doppelsieg, Platz eins und drei oder eins und vier. Teamchef Toto Wolff betont, die Konstrukteurskrone belohne die ganze Organisation von der Strecke bis Brackley und Brixworth – und dass noch nichts gewonnen sei. Der Italiener will mit einem Sonderhelm an Ayrton Senna erinnern, 35 Jahre nach dessen emotionalem Heimsieg; das brasilianische Publikum dürfte das goutieren.

Das Wochenende schließt eine Triple-Header-Serie ab und kehrt zum klassischen Format ohne Sprint zurück. Regen bleibt in São Paulo stets ein Joker. Sollte Mercedes den Sack nicht zubinden, bleiben Las Vegas, Katar und Abu Dhabi. Fürs Erste aber richtet sich der Blick auf Interlagos: ein junger Champion, ein historischer Vorsprung – und die Chance, zwei Titel in einer Woche zu feiern.

samweber.si

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