Die kleinste Stadt der Major League Baseball hat den größten Titel. Die Milwaukee Brewers gewannen in der Nacht zum Donnerstag Spiel fünf der World Series bei den Tampa Bay Rays mit 4:1 und entschieden die Finalserie damit mit 4:1 Siegen. Es ist die erste Meisterschaft in der Geschichte des Klubs, der 57 Jahre darauf warten musste und zuletzt vor 44 Jahren überhaupt in einer World Series gestanden hatte.
Wie tief der Stachel nach der Nacht zuvor saß, ließ sich kaum erahnen. In Spiel vier hatten die Brewers den Titel schon vor Augen, ehe die Rays im zwölften Inning per Walk-off ausglichen. Diesmal ließ Milwaukee nichts anbrennen. Starting Pitcher Jacob Misiorowski, mit Fastballs von durchschnittlich gut 101 Meilen pro Stunde der härteste Werfer der Liga, hielt Tampa Bay über fünf zwei Drittel Innings ohne Run und gab nur zwei Hits ab. Dann zwang ihn ein Krampf in der rechten Wade vom Mound, die Fans im Stadion verabschiedeten ihn stehend.
Offensiv war es wieder Rookie Cooper Pratt, der den Unterschied machte. Der 22-Jährige brachte Milwaukee im zweiten Inning per Single in Führung und schaffte im fünften seinen sechsten Hit in sechs Plate Appearances in Folge, ein Rekord für Neulinge in einer World Series. Später legte er per Sacrifice Fly noch einen Run nach. Catcher William Contreras, der im sechsten Inning per Double punktete, wurde als wertvollster Spieler der Serie ausgezeichnet.
Im Tropicana Field hatten Tausende Anhänger aus Wisconsin die Ränge hinter der Brewers-Bank übernommen. Kapitän Christian Yelich sprach vom besten Gefühl überhaupt und davon, wie lange die Stadt auf diesen Moment gewartet habe. Jetzt freut sich Milwaukee auf die Parade. Auch Manager Pat Murphy kann durchatmen: Er hatte am Vorabend darauf verzichtet, sein Ass zur Absicherung einer knappen Führung als Reliever zu bringen, und durfte nun mit genau diesem Werfer den Titel feiern.
