Ein schwerer Transporthubschrauber der italienischen Armee ist am Donnerstagnachmittag im Nordosten von Bosnien und Herzegowina abgestürzt. Die Maschine vom Typ CH-47 Chinook gehörte zur EU-Friedenstruppe EUFOR Althea und ging nahe dem Dorf Gorice im Bezirk Brčko nieder, rund 180 Kilometer von Sarajevo entfernt und unweit der Grenze zu Serbien.
Brčkos Bürgermeister Siniša Milić bezifferte die Bilanz auf drei Tote und zwölf Verletzte, die alle im örtlichen Krankenhaus versorgt würden. Zur Nationalität der Opfer machte er keine Angaben. EUFOR selbst erklärte, mehrere Angehörige der Mission hätten ihr Leben verloren, andere seien schwer verletzt worden. Unbeteiligte Zivilisten kamen nach Angaben der Truppe nicht zu Schaden, auch Gebäude und Fahrzeuge blieben verschont.
Das Verteidigungsministerium in Rom bestätigte den Absturz, nannte aber zunächst keine Einzelheiten. Man warte auf genauere Informationen, vor allem zum Gesundheitszustand der Besatzung, hieß es. Zur Ursache gibt es noch keine offizielle Aussage. Augenzeugen berichteten bosnischen Medien, der Hubschrauber habe sich vor dem Aufprall in der Luft zu drehen begonnen. Die Maschine wurde vollständig zerstört. Ob ein technischer Defekt, das Wetter oder ein anderer Faktor zum Unglück führte, sollen nun die Ermittler klären.
Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste sperrten die Unglücksstelle weiträumig ab. EUFOR kündigte eine gründliche Untersuchung an und rief die Bevölkerung auf, keine unbestätigten Gerüchte zu verbreiten und sich nur über offizielle Kanäle zu informieren.
Italien stellt derzeit das Kommando der Mission, die seit 2004 für Stabilität in dem Balkanstaat sorgen soll. Das italienische Kontingent betreibt dort eine Fliegerstaffel mit Chinook- und AB205-Hubschraubern. Sie fliegt Truppen und Material, unterstützt multinationale Einheiten und übt gemeinsam mit bosnischen Streitkräften und Polizei.
