Er kam aus den Tiefen der Milchstraße, raste durch unser Sonnensystem und verschwindet wieder: 3I/ATLAS ist erst der dritte bekannte Besucher von jenseits unseres Sterns. Nun liefert er eine Spur zu seiner fernen Heimat. Ein Team um Nathan Roth von der American University und dem Goddard-Zentrum der NASA hat im Methan des Kometen einen Rekordanteil an Deuterium gemessen, der schweren Variante des Wasserstoffs. Die Studie erschien im Fachblatt Nature Astronomy.

Die Daten stammen vom James-Webb-Weltraumteleskop. Am 22. und 23. Dezember 2025, als der Komet etwa 2,4-mal so weit von der Sonne entfernt war wie die Erde, nahm es das Infrarotlicht der Gashülle auf. Die Forscher rechneten die Signale anderer Moleküle heraus und suchten zwischen den kräftigen Linien des gewöhnlichen Methans nach dem schwachen Echo seiner schweren Form.

Das Ergebnis: Rund 3,2 Prozent der Wasserstoffatome im Methan sind Deuterium. Das ist etwa das Dreizehnfache dessen, was im Methan des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko gefunden wurde, der in unserem eigenen System entstanden ist. Kein im Sonnensystem gemessener Methanwert reicht nach Angaben der Autoren heran.

Warum das wichtig ist? Deuterium reichert sich vor allem bei extremer Kälte an, angetrieben von kosmischer Strahlung. Der Befund passt daher zu einer Geburt des Kometen in einer sehr kalten Molekülwolke oder in der Umgebung eines jungen Sterns, die arm an schweren Elementen war. Zudem liegt der Wert im Methan etwa dreimal so hoch wie früher im Wasser des Kometen ermittelt. Das Methan könnte also später entstanden sein, als die Chemie schon länger Zeit hatte, das schwere Isotop anzusammeln.

Einen genauen Geburtsort kann das Team allerdings nicht benennen. Es fehlen Vergleichsmessungen aus fernen Sternentstehungsgebieten, und bisherige Modelle sagen niedrigere Werte voraus.

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