Kampfjets als Begleitschutz, gesperrte Rollbahnen, Spürhunde im Gepäckraum – und am Ende jedes Mal nichts. Europas Luftfahrt hat zwei nervenaufreibende Tage hinter sich. Seit Montag gingen gegen mindestens acht Passagierflüge Bombendrohungen ein. Gefunden wurde nirgends ein Sprengsatz, verletzt wurde niemand. Die Behörden in mehreren Ländern ermitteln.

Den Anfang machte ein Wizz-Air-Flug, der am Montagmorgen in London-Luton Richtung Sofia gestartet war. Über Bosnien und Herzegowina drehte die Maschine ab und landete in Budapest. Ein ungarischer Gripen-Jet eskortierte sie, wie Verteidigungsminister Romulusz Ruszin-Szendi mitteilte. Nach der Kontrolle von Maschine und Passagieren gab die Airline Entwarnung.

Am Dienstag folgte gleich eine ganze Welle. Betroffen waren Maschinen von LOT, SAS, Wizz Air und Ryanair. Ein LOT-Flug von London-Heathrow sollte in Warschau-Chopin landen, wurde aber auf den kleineren Flughafen Modlin umgeleitet, der für die Durchsuchung kurz schloss. Eine SAS-Maschine aus Kopenhagen kam dagegen planmäßig in Warschau an. In Sofia untersuchten Einsatzkräfte zwei gelandete Jets: eine Ryanair-Maschine aus Dublin mit 185 Menschen an Bord und eine Wizz-Air-Maschine aus Bergamo mit 176 Passagieren.

In Rom wurden zwei Ryanair-Flüge geprüft, einer aus Dublin, den die italienische Luftwaffe bis zur Landung begleitete, und einer aus Lissabon. Im spanischen Murcia setzte ein Jet aus Manchester sicher auf; der Regierungsvertreter der Region, Francisco Lucas, erklärte anschließend, Sprengstoff an Bord sei „ausgeschlossen“.

Wer hinter den Drohungen steckt, ist bislang unklar. Auffällig ist die Häufung: Erst am Montag waren in Italien bei 279 Schulen falsche Bombenwarnungen eingegangen, zahlreiche Gebäude wurden geräumt. Für Reisende bedeuteten die Fehlalarme vor allem Verspätungen – und für die Sicherheitskräfte einen Großeinsatz nach dem anderen.

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