Mit 41 Jahren beendet Cristiano Ronaldo seine Zeit im Nationaldress. In einem Instagram-Video vom 5. November erklärte der Stürmer, er gebe das Trikot mit der Sieben zurück – nach 23 Jahren, 234 Länderspielen und 146 Toren. Beide Werte gelten im Männerfußball als Weltrekorde. Begonnen hatte die Geschichte im August 2003; enden soll sie jetzt, obwohl er auf Vereinsebene weiter für Al-Nassr aufläuft.
Die Bilanz ist außergewöhnlich: Kapitän seit 2008, Europameister 2016, Nations-League-Sieger 2019 und erneut 2025, Teilnehmer an sechs Europameisterschaften. Bei der WM 2026 in Nordamerika traf er dreimal und erhöhte sein WM-Tor-Konto auf elf – Treffer bei sechs Turnieren sind einmalig. Im Achtelfinale scheiterte Portugal an Spanien. Lionel Messi hatte seine Nationalmannschaftskarriere erst im Oktober beendet; nun folgt der langjährige Rivalen-Gegenspieler.
Der Abschied kommt nach einem offenen Konflikt mit Trainer Jorge Jesus. Gegen Norwegen saß Ronaldo erstmals seit 2008 in einem Pflichtspiel ungenutzt auf der Bank. Als Jesus ankündigte, ihn auch gegen Dänemark nicht von Beginn an aufzustellen, verließ der Star das Trainingslager. Der Verband verhängte eine Geldstrafe von umgerechnet rund 215 Pfund und eine 30-Tage-Sperre, die freilich keine Länderspiele traf. Jesus betonte, die Tür bleibe offen; im Abschiedsvideo ging Ronaldo auf den Streit kaum ein, räumte aber Fehler ein und sprach von Siegen, die er nie vergesse, sowie Niederlagen, die noch schmerzen.
Am Freitag will Portugal den Kader für die kommenden Nations-League-Partien nennen – Heimspiel gegen Dänemark, Auswärts gegen Wales. Der Verband kündigte an, den Abschied nicht ohne würdige Ehrung vorbeiziehen zu lassen. Fans und Verbandsvertreter sollen die Gelegenheit bekommen, den Spieler zu feiern, der das Land über zwei Jahrzehnte geprägt hat. Für Ronaldo selbst bleibt der Kluballtag in Saudi-Arabien – die Ära mit dem Nationalteam ist vorbei.
