Syriens Präsident Ahmed al-Sharaa war erneut in Riad – und diesmal standen Verteidigung und Wiederaufbau-Kredite im Vordergrund. Bei seinem zweiten Besuch binnen weniger Wochen unterzeichneten die Verteidigungsministerien beider Länder ein Kooperationsabkommen. Parallel meldete die saudische Presseagentur SPA rund 403 Millionen Dollar an Darlehen des Saudi Fund for Development für Energie, Wohnraum, Gesundheit und Infrastruktur.
Die Gespräche mit Kronprinz Mohammed bin Salman deckten laut syrischem Außenministerium auch regionale Spannungen ab: Sicherheit der Schifffahrt, Energieversorgung und die Lage von Rotem Meer bis Straße von Hormus. Beide Seiten forderten Deeskalation und ein Ende von Angriffen auf die Seefahrt. Details des Verteidigungsdeals nannte Damaskus nicht; das Ministerium nannte ihn dennoch das „auffälligste“ der unterzeichneten Papiere.
Die Kreditpakete sind konkret aufgeschlüsselt: unter anderem 100 Millionen Dollar für beschädigte Kliniken, 60 Millionen für Wohnraum, 105 Millionen für den Zivilschutz, 90 Millionen für das Kraftwerk in Aleppo und 30 Millionen für Trinkwassernetze in Damaskus und Idlib. Dazu kamen Absichtserklärungen zu Industrie, Landwirtschaft und Umweltschutz. Al-Sharaa reiste mit Außen-, Verteidigungs-, Finanz- und Industrieministern sowie dem Geheimdienstchef.
Saudi-Arabien gilt seit dem Sturz Baschar al-Assads im Dezember 2024 als wichtiger Unterstützer der neuen Führung; das Treffen vom 6. Oktober hatte bereits Wiederaufbau-Themen berührt. Zugleich prüft Damaskus laut Außenminister Asaad al-Shaibani einen Beitritt zur sogenannten Mekka-Allianz mit Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan. Ob und wann daraus ein Beistandspakt wird, blieb offen – klar ist: Riad und Damaskus rücken politisch und finanziell enger zusammen. Für den krisengebeutelten syrischen Staat bedeuten die Zusagen vor allem Liquidität und ein diplomatisches Signal der Nähe. Beobachter werten den kurzen Abstand zwischen den beiden Riad-Besuchen als Zeichen, wie dringend Damaskus externe Absicherung sucht.
