Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo hat einen weiteren Landesteil erfasst. Wie die Behörden am Sonntag bestätigten, gibt es nun auch in Nord-Ubangi zwei Infizierte. Die Provinz liegt ganz im Norden an der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik. Betroffen sind zwei Männer Anfang zwanzig aus der Gesundheitszone Wapinda, einer Bergbauregion; einer von ihnen ist bereits gestorben.

Damit sind acht Provinzen betroffen. Für die Helfer ist das ein Rückschlag. In vielen bekannten Herden gehen die Zahlen zwar zurück, doch die Krankheit taucht an immer neuen Orten auf, wie auch die Weltgesundheitsorganisation einräumt.

Die Bilanz seit Mai ist verheerend: Bis Freitag registrierte das Land 9415 bestätigte Fälle und 4536 Todesopfer, fast jeder zweite Erkrankte starb. Nie zuvor hat ein Ebola-Ausbruch im Kongo so viele Menschen getroffen. Der Schwerpunkt bleibt die östliche Provinz Ituri, auf die rund drei Viertel aller Fälle entfallen.

Erschwert wird die Eindämmung durch die Virusvariante Bundibugyo. Gegen sie gibt es weder zugelassenen Impfstoff noch eine Therapie. Umso wichtiger ist, dass Kontaktpersonen gefunden und Kranke isoliert werden. Doch viele Menschen meiden aus Angst die Behandlungszentren, weshalb Teams vielerorts von Haus zu Haus gehen. In Nord-Ubangi kommen schlechte Straßen, lückenhafte Netze und Flüchtlinge aus dem Nachbarland hinzu.

Andere Provinzen reagieren mit drastischen Schritten. Nord-Kivu verbietet ab Montag eine Woche lang die Einreise aus Ituri. Auf Motorrädern dürfen höchstens zwei, in Autos höchstens vier Personen fahren, Großveranstaltungen wie Sportereignisse, Diskobesuche und politische Kundgebungen sind untersagt. Auch Kenia meldete am Sonntag einen weiteren Fall, inzwischen den achten. Uganda gilt dagegen wieder als ebolafrei.

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