Dramatischer kann ein Basketballabend kaum enden. Mit einem Sprungwurf aus rund fünf Metern, abgefeuert in der letzten Sekunde der Verlängerung, hat Jayson Tatum den Boston Celtics in der Nacht zum Mittwoch einen 125:124-Heimsieg gegen die Brooklyn Nets beschert. Der Ball fiel durch die Reuse, als die Uhr bereits auf null stand.
Dabei sah es zunächst so aus, als hätte Boston das Spiel längst in der regulären Spielzeit gewonnen. Vier Sekunden vor Schluss lagen die Celtics mit vier Punkten vorn. Doch Julius Randle verkürzte von der Freiwurflinie, und Rookie Mikel Brown Jr., in diesem Jahr an sechster Stelle gedraftet, traf 0,2 Sekunden vor der Sirene einen wilden Dreier aus der Rückwärtsbewegung. In der Verlängerung zog Brooklyn auf fünf Punkte davon, ehe Tatum mit einem 6:0-Lauf antwortete und den Schlusspunkt selbst setzte.
Das Duell war über die gesamte Distanz eng: 15-mal stand es unentschieden, zehnmal wechselte die Führung, keine Mannschaft lag je mit mehr als acht Punkten vorn. Tatum traf zehn seiner 20 Würfe aus dem Feld und verwandelte 18 von 22 Freiwürfen, so viele wie nie zuvor in seiner Karriere. Dazu kamen acht Vorlagen.
Es war das 30. Spiel mit mindestens 40 Punkten für den Forward. In der Geschichte der Celtics hat nur Larry Bird häufiger diese Marke erreicht, nämlich 47-mal. Bemerkenswert ist der Auftritt auch, weil Tatum nach einem Achillessehnenriss im Mai 2025 lange gefehlt hatte.
Unterstützung bekam er von Paul George mit 20 Punkten sowie Derrick White mit 16. Bei den Nets war Michael Porter Jr. mit 27 Punkten und zwölf Rebounds bester Werfer. Für Boston war es der dritte Sieg in Folge.
