Einen Tag nach einem Raketenangriff der Huthi-Miliz ist der internationale Flughafen der südjemenitischen Hafenstadt Aden wieder in Betrieb. Verkehrsminister Mohsen Haidara al-Omari verkündete die Wiederaufnahme am Donnerstag bei einem Besuch vor Ort. Techniker hätten die getroffene Start- und Landebahn noch kurz nach dem Beschuss trotz der Gefahr notdürftig repariert, sagte er. Flüge würden neu geplant, die Fluggesellschaften seien informiert.

Am Mittwoch waren nach Angaben der Regierung zwei ballistische Raketen auf das Gelände niedergegangen. Zwei Zivilisten wurden verletzt, der Flugverkehr kam zum Erliegen. Hunderte Reisende, unter ihnen Kranke, verließen das Terminal. Kurz zuvor hatte Huthi-Militärsprecher Yahya Saree eine nach eigenen Worten „letzte“ Warnung veröffentlicht und alle Anwesenden zur sofortigen Räumung aufgefordert. Er behauptete, eine saudische Militärfrachtmaschine liefere dort Waffen an – Belege legte er nicht vor.

Für Hilfsorganisationen ist Aden die wichtigste Drehscheibe im Süden des Landes. Ärzte ohne Grenzen hatte schon zuvor berichtet, dass eine eigene Maschine kurz vor dem Start stand, als in der Nähe eine Rakete einschlug und die Crew Schutz suchen musste. Die Organisation forderte sicheren Zugang zu dem Airport, über den Personal, Medikamente und medizinisches Gerät ins Land kommen.

Der Angriff fällt in eine Phase heftiger Kämpfe. Seit Anfang Oktober läuft eine Offensive regierungstreuer Truppen, die nach dem Willen des Präsidialrats unter Rashad al-Alimi die Hauptstadt Sanaa zurückerobern sollen. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition fliegt verstärkt Luftangriffe, die Huthis schießen Raketen und Drohnen ab. Der 2022 von den Vereinten Nationen vermittelte Waffenstillstand ist damit faktisch zerbrochen.

Der Konflikt begann 2014, als die vom Iran unterstützten Huthis Sanaa einnahmen. Hilfswerke warnen, dass sich die humanitäre Lage im ärmsten Land der Arabischen Halbinsel nun rapide verschlechtert.

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